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Lockdown und durch - zweite Coronawelle in Europa

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Lockdown und durch - zweite Coronawelle in Europa
Copyright  Photo : Francisco Seco (Copyright 2020 The Associated Press.All rights reserved)
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Halloween vor der Tür, die Festsaison zum Jahresende naht und ein hartnäckiger Teil der Bevölkerung nahm die Corona-Regeln einfach nicht ernst – also griff Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zur Schocktherapie: Zweiter Lockdown für alles, was nicht lebensnotwendig ist, ausgenommen Arbeit, Arztbesuche und Kinderbetreuung.

Bei einer täglichen Infektionsrate zwischen 40 und 50.000 war klar - die Ausgangssperre für zwei Drittel der Bevölkerung reichte nicht, um die Pandemie einzudämmen. Und die Krankenhäuser warnen vor landesweiter Überforderung.

Emmanuel Macron, französischer Präsident:

"Ich habe beschlossen, dass ab Freitag ein Lockdown wieder gilt, der das Virus gestoppt hat. Das betrifft das gesamte Staatsgebiet, mit anpassten Regeln für die Übersee-Gebiete."

Die Botschaft: Arbeiten ja, Feiern nein - Restaurants und Bars bleiben zu. Und die - bei vielen verhassten - schriftlichen Belege kommen wieder, wenn man weiter als zum nächsten Laden unterwegs ist. Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich – für Rückkehrer aus den Herbstferien soll es am Wochenende Ausnahmen geben. Das alles gilt für vier Wochen – bei guter Führung ist nach der Hälfte Lockerung möglich. Der Lockdown im Frühjahr dauerte von Mitte März bis Mitte Mai.

Emmanuel Macron:

"Einige Länder wie Spanien, Irland und die Niederlande haben härtere Maßnahmen ergriffen als wir und früher. Wir sind jedoch alle am selben Punkt: Überwältigt von einer zweiten Welle, die wahrscheinlich härter und tödlicher sein wird als die erste."

DEUTSCHLAND

Zweiter landesweiter Lockdown also in Frankreich, in Deutschland dasselbe, aber weniger streng. Restaurants, Fitnessstudios und Theater zu, Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet. Private Treffen nur mit maximal zehn Personen aus zwei Haushalten. Obwohl Deutschland eine niedrigere Infektions- und Sterblichkeitsrate hat als Frankreich - die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus ausbreitet, beunruhigt Berlin – knapp 16.800 neue Infektionsfälle in 24 Stunden (Mittwoch/Donnerstag) – ein neuer Höchstwert.

Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin

"Wir müssen handeln und zwar jetzt. Und zwar müssen wir handeln um eine akute nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden. Wir wollen nicht in eine solche nationale Gesundheitsnotlage hineinkommen. Und dafür müssen wir Maßnahmen ergreifen."

Die Maßnahmen waren keine Überraschung für Protestler aus dem Gastgewerbe in Berlin. Eine zweite Welle überrolle Europa, so EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und warnte schon mal, dass "Weihnachten in diesem Jahr etwas anders sein wird".

su mit dpa