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"Boykott inakzeptabel": Macron verteidigt Meinungsfreiheit

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"Boykott inakzeptabel": Macron verteidigt Meinungsfreiheit
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Vor dem Hintergrund anti-französischer Proteste hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron erneut die Haltung seines Landes im Streit um die Mohammed-Karikaturen verteidigt.

In einem Interview mit dem Sender Al-Dschasira betonte Macron, Frankreich bekämpfe den Terrorismus, der im Namen des Islams begangen werde, und nicht den Islam selbst.

Die Reaktionen der muslimischen Welt seien seiner Ansicht zunächst auf eine Menge Lügen und Fehlinterpretationen zurückzuführen, die Menschen hätten geglaubt, dass er persönlich diese Karikaturen befürworte.

"In Frankreich ist die Presse frei"

Er verstehe und respektiere, dass sich Menschen von den Karikaturen verletzt fühlten. Aber er werde niemals zulassen, dass deren Ablehnung physische Gewalt rechtfertige. Er werde stets die Meinungsfreiheit in seinem Land verteidigen, die Freiheit zu schreiben und zu zeichnen. "Ich habe es auch vielen Führungspersönlichkeiten gesagt: In Frankreich ist die Presse frei."

Macron warf der Türkei darüber hinaus ein "kriegerisches Verhalten" gegenüber den Alliierten des Militärbündnisses Nato vor. Wenn man Verbündeter sei, müsse man die Dinge offen aussprechen.

Er sei für eine Beruhigung in den Beziehungen, doch sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan müsse die EU und Frankreich respektieren und auf "Lügen" und "Beleidigungen" verzichten.

Der türkische Staatschef hatte Macron im Streit um die von "Charlie Hebdo" veröffentlichten Karikaturen Islamfeindlichkeit vorgeworfen und eine psychologische Behandlung empfohlen. Er rief außerdem zum Boykott französischer Waren auf.

Die Boykottkampagne sei unwürdig und verurteilenswert, so Macron. Sie werde von bestimmten Kräften angefeuert, basierend auf Lügen, durchaus auch von Führungspersönlichkeiten. Dies sei inakzeptabel.

Macron hatte nach der Enthauptung eines Lehrers in Frankreich die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Der Lehrer hatte im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äußerungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.