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Madrid und Rom: Kritik an Corona-Auflagen mündet in Gewalt

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Brennender Müllcontainer in Madrid
Brennender Müllcontainer in Madrid   -   Copyright  Manu Fernandez/AP Photo
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In Spanien ist es die zweite Nacht in Folge zu gewaltsamen Protesten gegen die Corona-Einschränkungen gekommen. Medienberichten zufolge seien dabei landesweit 60 Menschen festgenommen und etwa 20 verletzt worden.

In der Hauptstadt Madrid lieferten sich Randalierer und Einsatzkräfte der Polizei Straßenschlachten. Es flogen Steine, Schaufenster wurden eingeschlagen, Müllcontainer gingen in Flammen auf.

"Das Volk hat es satt"

Zuvor fand am Samstagabend unter dem Motto "Wir gehen auf die Straße, das Volk hat es satt" eine friedliche Demonstration gegen die Einschränkungen statt. Als diese aufgelöst wurde, hätten sich kleinere gewalttätige Gruppen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert, berichtete das staatliche Fernsehen RTVE. Auch in anderen Städten, wie etwa Barcelona, San Sebastián oder Málaga kam es zu gewalttätigen Protesten.

In Spanien gelten strenge Corona-Regeln: In 13 der 17 autonomen Gemeinschaften dürfen die Menschen, zumindest an den Wochenenden, ihre Gemeinden nicht verlassen. In zahlreichen Städten gelten nächtliche Ausgangssperren. Gaststätten, Kinos, Theater und Fitnessclubs sind geschlossen, nur Kindergärten und Schulen sind weiter offen.

Rom: Warnung vor Extremismus

Auch in der italienischen Hauptstadt Rom kam es bei Protesten gegen die Corona-Politik der Regierung zu Ausschreitungen. Laut Medienberichten versammelten sich auf dem zentralen Campo de' Fiori mehrere hundert Menschen. Sie wandten sich gegen einen möglichen neuen Lockdown.

Feuerwerkskörper undFlaschen flogen auf Polizisten. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die Menge aus oft jungen Menschen vor. Manche trugen Italien-Fahnen oder einen grün-weiß-roten Mundschutz. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, seien unter den Organisatoren rechtsradikale Kräfte gewesen. Die Behörden warnten davor, dass Extremisten von Links und Rechts den Unmut vieler Menschen wegen der Einschränkungen ausnutzen könnten.

Angst vor den sozialen Folgen

Bei einem friedlichen Protest in der Stadt wurden soziale Probleme als Folge der Corona-Krise angeprangert. Teilnehmer Marco Carpisassi aus Monte Porzio Catone bei Rom sagte, dass man einen Lockdown leider nicht akzeptieren könne, solange es keine Sozialhilfe gebe und Arbeitnehmer nicht unterstützt würden. Demonstrant Vincenzo Mignucci aus Rom forderte: "Es gibt genug Geld, sie müssen es den Leuten nur geben."

Hunderte Menschen kamen zu dem Protest. Demonstranten zeigten ein Transparent mit der Aufschrift "Heim, Arbeit, Gesundheit - die Bosse sollen für die Krise bezahlen".

Auch in anderen Städten gingen Menschen auf die Straßen. In Mailand stellten Kritiker der Regierung leere Teller vor der Börse auf den Boden. Sie forderten auf Plakaten Geld, um durch die Krise zu kommen. Die Regierung hat Kinos, Theater und Sportstudios aus Gründen des Infektionsschutzes geschlossen. Zugleich versprach sie, viele Betroffene mit Finanzspritzen zu unterstützen.