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Moskau: 15 Tage Haft für Kreuzigungs-Performance

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Moskau: 15 Tage Haft für Kreuzigungs-Performance
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Ein russisches Gericht hat einen politischen Aktivisten zu 15 Tagen Haft verurteilt, weil er die Kreuzigung Jesu Christi in der Nähe der Zentrale des Sicherheitsdienstes FSB im Zentrum von Moskau nachgestellt hatte.

Am Donnerstagabend hatten Aktivistenkollegen Pavel Krisevich im Lendenschurz auf einen Hocker gestellt und an ein Kreuz gebunden – vor dem Hauptquartier der Nachfolgeorganisation des KGB aus der Sowjetzeit.

Sie entzündeten ein Feuer auf dem Bürgersteig vor ihm und warfen in einer Performance dicke Akten hinein, die Druck auf politische Aktivisten symbolisieren sollten. Krisevich wurde an Ort und Stelle festgenommen und verbrachte die Nacht in Haft.

"Die Zahl der politischen Gefangenen in Russland wächst von Jahr zu Jahr", so der Anwalt des Aktivisten, Sergei Telnov (“AFP“), zu dessen Motivation.

Am Freitag wurde Krisevich vom Moskauer Bezirksgericht Twerskoi wegen Widerstandes gegen die Polizei zu 15 Tagen Haft verurteilt, erklärte eine Gerichtssprecherin, Olga Bondareva („AFP“).

Sein Mandant habe sich zu keiner Zeit der Polizei widersetzt, so Krisevichs Anwalt.

PUSSY RIOT

Russische Künstler, die mit politischen Performances auftreten, müssen in der Regel bis zu 15 Tage wegen geringfügigen Rowdytums in Haft verbringen. Die Strafen können aber auch viel strenger ausfallen: 2012 wurden zwei Mitglieder von der Punkrock-Band Pussy Riot wegen Rowdytums zu zwei Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt, nachdem sie in einer Kathedrale gegen die engen Beziehungen zwischen der russisch-orthodoxen Kirche und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin protestiert hatten.

su mit AFP