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The Day After: Zwischen Washington und Wilmington

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Die Plakatwand aus der Partynacht vor dem Weißen Haus zieht viele Schaulustige an
Die Plakatwand aus der Partynacht vor dem Weißen Haus zieht viele Schaulustige an   -   Copyright  J. Scott Applewhite/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Für Joe Biden begann der Morgen nach dem Wahltriumph eigentlich wie jeder andere Sonntag auch. Er besuchte das Grab seines Sohnes Beau und ging zur Messe in die Kirche Saint Joseph on the Brandywine in seinem Heimatort Wilmington im Staat Delaware.

Momente der Abgeschiedenheit nach einer intensiven und emotionalen Nacht, die den 77-Jährigen viel Kraft gekostet haben dürfte.

Auf einem Parkplatz im Städtchen Wilmington hatte Biden den Auftritt, dem er seit Jahrzehnten entgegenfieberte - und doch zwei mal kurz vor dem Ziel scheiterte.

Jetzt will der "President elect" schnellstmöglich Handeln - und sich thematisch klar von Donald Trump abgrenzen.

Biden sagte bei seiner Rede in Wilmington: "Unsere Arbeit beginnt damit, Covid unter Kontrolle zu bekommen. Am Montag werde ich eine Gruppe führender Wissenschaftler als Übergangsrat benennen, um den Biden-Harris-Covid-Plan in einen echten Entwurf unzuwandeln, den wir dann ab dem 20. Januar 2021 umsetzen werden."

Fotomotiv Plakatwand

Und in Washington? Dort schien so mancher Passant etwas ungläubig auf die Überreste der Partynacht vor dem Weißen Haus zu schauen. Die Plakatwand - als Fotomotiv ähnlich begehrt wie dereinst die Berliner Mauer.

Biden will jetzt nicht nur die USA heilen, sondern auch die Beziehungen zu Verbündeten in aller Welt reparieren und die USA in internationale Übereinkünfte wie das Pariser Klimaabkommen zurückführen.

Während Amtsinhaber Donald Trump sich nach wie vor nicht an die neue Realität gewöhnen mag. "Seit wann rufen die Lamestream-Medien unseren nächsten Präsidenten aus?", fragte Trump auf Twitter. Und: "Wir alle haben in den vergangenen zwei Wochen viel gelernt."

Äußerungen, die Trump nach einer neurlichen Golfrunde in seinem Klub in Kentucky tätigte. Der Präsident sieht sich ungebrochen als Opfer von Wahlbetrug, ohne für seine Behauptungen Beweise anzuführen. Stattdessen twittert Trump weiter. Hier ein Tweet, der von Twitter mit einem Warnhinweis versehen wurde:

"_Wir glauben, dass diese Menschen Diebe sind. Die Großstadtmaschinen sind korrupt. Dies war eine gestohlene Wahl. Der beste Meinungsforscher Großbritanniens schrieb heute Morgen, dass dies eindeutig eine gestohlene Wahl war, dass es unmöglich ist, sich vorzustellen, dass Biden Obama in einigen dieser Staaten überholt hat."
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Immerhin ist es zwischen Trump-Anhängern und Unterstützern nicht zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen, sondernnur zu Wortgefechten gekommen.

Gesprächsbedarf herrscht auch im Weißen Haus. US-Medien berichten, dass Trumps Frau und Schwiegersohn versuchen, beschwichtigend auf ihn einzuwirken.