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Maßanzug trotz Coronakrise

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Von Renato Tedesco
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Maßanzug trotz Coronakrise
Copyright  Sang Tan/AP
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Die Savile Row ist eine Straße in London, aber nicht irgendeine: Hier werden Maßanzüge gefertigt.

Die Herrenschneider in der Savile Row haben Kunden aus aller Welt. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie kam niemand mehr, und sie konnten auch nicht zu den Kunden reisen.

Taj Phull von der traditionsreichen Herrenschneiderei Huntsman & Sons sagt: "Am 23. März kam der Schock, da ging das Licht aus - mit einem Schlag."

Doch dann kamen die Schneider auf eine Idee, beziehungsweise auf den Roboter. Dieser, Mr. Hammick (nach einem besonders begabten Kollegen benannt), nimmt gerade in Seoul in Südkorea Maß, - mit einer menschlichen Assistentin, ganz ohne Mensch geht es doch noch nicht. Doch die Hauptarbeit leistet Mr. Hammick.

Dario Carnera, Herrenschneider bei Huntsman & Sons, erklärt: "Es ist fast besser, als wirklich vor Ort zu sein. Er macht Aufnahmen, hat eine sehr gute Kamera, er speichert alles, und man hat dann direkt das Bild vor sich."

Zuerst waren viele der Eliteschneider skeptisch, doch jetzt wollen sie den Roboter nicht mehr missen:

Dario Carnera: "Wir waren vier Mal im Jahr in Südkorea. Jetzt mit dem Roboter können wir schneller reagieren. Wenn jemand zum Beispiel ein Anzug für eine besondere Gelegenheit braucht, muss er nicht auf uns warten. Der Roboter ist vor Ort."

Im Moment arbeitet Roboter Mr. Hammick nur in Seoul. Bald sollen aber weitere hinzukommen, die in Shang-hai, Peking und Singapur tätig sein sollen.

Die hohe Kunst des Maßschneiderns hat durch die Coronakrise mächtig gelitten. 65 Prozent weniger Umsatz schätzt man hier in der Savile Row bei Huntsman & Sons.

Damit es nicht noch mehr wird, dafür ist der Mr. Hammick da.