Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Das Gift kam in der Unterhose - neue Erkenntnisse im Fall Nawalny

Access to the comments Kommentare
Von euronews
euronews_icons_loading
Nawalny, Archivbild
Nawalny, Archivbild   -   Copyright  Pavel Golovkin/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny soll nach Angaben eines russischen FSB-Agenten mittels präparierter Unterwäsche vergiftet worden sein. Nach Informationen deutscher Medien erfuhr Nawalny das während eines Telefonats.

Agent geriet ins Plaudern

Nach Recherchen des Magazins Spiegel und seiner Partner will Nawalny die Informationen selbst beschafft haben. Dazu habe er sich am Telefon als Assistent eines Beraters von Staatspräsident Putin ausgegeben. Konstantin Kudryavtsev soll in dem rund 50-minütigen Telefonat Auskunft über die Vorgänge der Vergiftung im sibirischen Tomsk gegeben haben.

Der Oppositionspolitiker war im August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen und dann in der Berliner Chartié behandelt worden. Nawalny schwebte in Lebensgefahr. Drei europäische Labore stellten fest, dass Nawalny mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden war.

Nawalny: Widersacher Putins

Alexej Nawalny gilt als Dorn im Auge von Präsident Wladimir Putin. Er hatte immer wieder Fälle von Korruption in höchsten Regierungskreisen angeprangert. Der Staatspräsident hatte wiederholt betont, die russische Regierung habe nichts mit dem Zustand Nawalnys zu tun, zuletzt während seiner jährlichen Pressekonfrenz. Nawalny sei nicht wichtig genug.

Die Europäische Union hatte nach dem Vorfall Sanktionen gegen Mitarbeiter des russischen Sicherheitsapparates verhängt. Moskau warf Deutschland schließlich vor, nicht alle Ermittlungsergebnisse vorgelegt zu haben. Die Regierung in Berlin hatte vom Kreml zuvor die Aufklärung der Vorfälle gefordert.