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Bosnien: Migranten kehren in abgebranntes Lager zurück

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Bosnien: Migranten kehren in abgebranntes Lager zurück
Copyright  Kemal Softic/Kemal Softic
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Wegen fehlender Unterbringung und starken Schneefällen sind etwa 1.000 Migranten in das vor rund einer Woche niedergebrannte Flüchtlingslager in Lipa in Bosnien-Herzegowina zurückgekehrt.

Den Behörden war es nicht gelungen, die Menschen woanders unterzubringen. Es herrschen Minustemperaturen, viele haben keine winterfeste Kleidung und laufen mit Sandalen durch den Schnee.

Kasim aus Pakistan sagt: "Wir leben wie Tiere. Sogar die Tiere leben besser als wir. Ich bitte die UN oder die Internationale Organisation für Migration, alle NGOs, uns zu helfen. Denn wenn sie uns nicht helfen können, werden wir sterben, bitte helft uns."

"Temperaturen unter Null, keine Heizung, nichts", twitterte der Chef der Internationalen Organisation für Migration in Bosnien, Peter Van der Auweraert. Er sprach von einer humanitären Katastrophe.

Die Migrantinnen und Migranten legten den Boden des einzigen Zelts mit Karton aus und schützten sich mit Decken und Schlafsäcken vor dem eisigen Wind.

Das Bosnische Rote Kreuz versorgte die Menschen am zweiten Weihnachtstag mit Wasser und Lebensmitteln. Die Menschen drängten zur Ausgabe der Hilfspakete während die Polizei versuchte, die Ordnung aufrechtzuerhalten.

Pläne, die Menschen vorübergehend in einer Einrichtung im Zentrum der nahe gelegen Stadt Bihac unterzubringen, hatten Proteste der Anwohner ausgelöst.

Die EU hatte Bosnien zuvor gewarnt, dass den tausenden Migranten ein eisiger Winter ohne Unterkunft bevorsteht, und sie hat die zerstrittenen Politiker des Landes aufgefordert, ihre Differenzen beizulegen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Menschen unterzubringen, die im Freien schlafen.

Das Feuer in Lipa hatte einen Großteil des Lagers in der Nähe der Stadt Bihac zustört, das bereits von internationalen Behörden und Hilfsorganisationen als unzureichend für die Unterbringung von Flüchtlingen und Migranten kritisiert worden war.

Bosnien ist zum Nadelöhr für Tausende Migranten geworden, die nach Westeuropa weiterziehen und zunächst das EU-Land Kroatien erreichen wollen.

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