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Silvester 2020 in Deutschland: Pyrotechnik-Unfälle trotz Böllerverbot

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Von Cornelia Trefflich mit dpa
Leuchtfeuerwerk vor dem Berliner Fernsehturm, 1.1.2021
Leuchtfeuerwerk vor dem Berliner Fernsehturm, 1.1.2021   -   Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
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In Deutschland ist es zu Silvester am Jahresausklang auffällig ruhig geblieben. Mitten in der zweiten Welle der Corona-Krise befindet sich das Land im Lockdown. Viele Straßen und Plätze blieben ungewohnt leer, Polizei und Rettungssanitäter sprachen in einer ersten Bilanz von einer ruhigen Nacht.

Zwar hatte es in Deutschland in diesem Jahr ein Böllerverbot gegeben, dennoch wurde - besonders in der Hauptstadt - kräftig geböllert. Auch Feuerwerke waren am Himmel zu sehen. Um die Krankenhäuser und Notaufnahmen nicht zusätzlich zu belaste, war in Deutschland ein grundsätzliches Böller-Verkaufsverbot erlassen worden.

Dennoch kam es in der Silvesternacht zu fatalen Unfällen. Für einen 24-Jährigen in Brandenburg, in der Nähe von Frankfurt/Oder endete der Abend tödlich. Er hatte selbst gebaute Feuerwerkskörper gezündet, die ihn selbst erwischten. Derzeit ermittelt die Polizei zu dem Tathergang und stellte nicht gezündete Pyrotechnik sicher.

Das Unfallkrankenhaus Berlin meldete zehn Verletzte aufgrund von Pyrotechnik. Zweien der Behandelten mussten Teile der Hände amputiert werden. Andere Patienten mussten wegen Brandverletzungen, Fleischwunden und Knochenbrüchen behandelt werden. Insgesamt sei Silvester deutlich ruhiger verlaufen.

In Berlin-Buckow stand ein 800 Quadratmeter großer Supermarkt in Flammen und brannte komplett aus, nachdem dort gelagerte Feuerwerkskörper abbrannten und auch während der Löscharbeiten weiter explodierten. Rund 110 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

In Schmalkalden in Thüringen wurde ein 24 Jahre alter Mann durch einen zu früh explodierenden Böller schwer verletzt. Der Mann hatte den Knaller selbst gezündet und erlitte schwere Verletzungen im Gesicht. Zudem werde der Mann wahrscheinlich erblinden. Ein weiterer Mann aus Lauenburg sprengte sich mit einem Böller die Hand weg, er musste in ein Krankenhaus in Hamburg gebracht werden.

Gut zu tun hatten die Einsatzkräfte auch in Leipzig, wo sieben Bundeswehr-Jeeps auf dem Gelände eines Autohandels ausbrannten. Die Polizei ging von Brandstiftung aus.

In Leipzig wurden in der Silvesternacht mehrere Jeeps der Bundeswehr im Osten der Stadt auf dem Gelände eines Autohandels abgefackelt. Eine Eskalation zwischen Autonomen und der Polizei am berüchtigten Connewitzer Kreuz gab es jedoch nicht.

In Essen rückten die Einsatzkräfte aus, weil eine Gruppe junger Männer Mülltonnen angezündet hatte. Die Männer schreckten auch nicht davor zurück, die herannahende Feuerwehr mit Knallern zu bewerfen, ähnliches ereilte die herbei gerufene Polizei. Später konnte die Polizei einen 16-Jährigen festnehmen.

Vielerorts musste die Polizisten Gruppen auflösen, die gegen die Corona-Restriktionen verstießen. In Berlin wurden mehr als 80 Menschen vorübergehend wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz festgesetzt.

In Baden-Württemberg musste die Polizei mehrere genehmigte Demonstrationen in Stuttgart wegen Verstößen gegen die Auflagen auflösen. Die Proteste richteten sich gegen die bundesweiten Corona-Einschränkungen und die Politik der Landesregierung.

In Oldenburg löste die Polizei eine Party mit 18 Personen auf. Die Beamten verschafften sich zwangsweise Zugang zu der Wohnung, da niemand auf Klopfen und Klingeln der Einsatzkräfte reagiert hatte, wie ein Polizeisprecher sagte. Die relativ jungen Partygäste wollten weiter feiern, die Polizei hat daraufhin Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet.