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Atomabkommen hin oder her: Der Iran reichert wieder Uran an

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Von Frank Weinert
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Atomabkommen hin oder her: Der Iran reichert wieder Uran an
Copyright  AP Photo/Vahid Salemi
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Der Iran hat mit der Anreicherung von Uran auf einen Reinheitsgrad von 20 Prozent in seiner Anlage in Fordow begonnen. Damit geht er weit über die im Atomabkommen von 2015 festgelegte Schwelle hinaus.

In Israel macht man sich große Sorgen. Premierminister Benjamin Netanyahu twitterte: "Die Entscheidung des Iran, das Niveau der Anreicherung zu erhöhen und die industrielle Kapazität für die unterirdische Urananreicherung zu fördern, kann nicht anders erklärt werden als mit der Absicht, ein militärisches Atomprogramm zu entwickeln. Israel wird dem Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu produzieren".

Die Europäische Union sagte am Montag, dass das iranische Anreicherungsprogramm eine "erhebliche Abweichung" vom Abkommen sei, so Peter Stano, leitender Sprecher für die Außenbeziehungen der EU: "Sollte diese Ankündigung der iranischen Behörden umgesetzt werden, würde dies eine erhebliche Abweichung von den iranischen Nuklearverpflichtungen darstellen, was schwerwiegende Auswirkungen auf die Nichtverbreitung von Atomwaffen hätte."

Gemäß dem Atomabkommen von 2015 soll der Iran kein Uran anreichern. Experten vermuten, dass das Land darauf abzielt, Europa und die USA unter Druck zu setzen, die Sanktionen zu lockern. Die Internationale Atombehörde IAEA hat die Umsetzung der Teheraner Ankündigungen zur Anreicherung bisher nicht bestätigt.

US-Präsident Trump hatte das Atomabkommen mit dem Iran 2018 einseitig aufgekündigt. Seitdem haben eine Reihe von Vorfällen die Spannungen zwischen den beiden Ländern verschärft. Die Iraner begannen, das Abkommen zu verletzen, obwohl der iranische Präsident Rouhani betonte, sein Land halte sich an den Atomdeal.

Die USA, die geplant hatten, den Flugzeugträger Nimitz aus dem Nahen Osten abzuziehen, haben ihre Pläne nach den "jüngsten Drohungen von iranischen Führern" rückgängig gemacht.