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USA und Großbritannien - eine schwierige Beziehung

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USA und Großbritannien - eine schwierige Beziehung
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Großbritannien und die USA haben traditionell ein besonderes Verhältnis. Zuletzt liebäugelte Boris Johnson mit Donald Trump. Wie werden sich die Beziehungen unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden entwickeln?

Im Brexit hat Großbritannien den roten Teppich für US-Präsident Donald Trump ausgerollt.

"Donald Trump ist ein Dealmaker. Das könnte für Großbritannien eine gute Sache sein", sagte der damalige britische Außenminister Boris Johnson bereits 2016.

Und auch der scheidende US-Präsident Donald Trump bekräftigte 2019: "Wir arbeiten bereits an einem Handelsabkommen, meiner Meinung nach wird es ein sehr substanzielles Handelsabkommen werden."

Doch mit seinem Nachfolger werden die Karten neu gemischt. Joe Biden und sein Team bekamen die Feindseligkeit der Brexit-Verfechter zu spüren, als Barack Obama sich in die Debatte einmischte. Boris Johnson deutete in einer Kolumne gar an, dass der Präsident mit kenianischen Wurzeln eine angestammte Abneigung gegen das britische Empire habe.

Brett Bruen, ehemaliger Diplomat der Obama-Regierung, meint: "An einige der Beleidigungen gegenüber Präsident Barack Obama, wird man sich sicherlich erinnern, weil ein Großteil der Mannschaft jetzt für Joe Biden arbeitet." Aber Bruen glaubt nicht, dass das die künftigen Beziehungen überschatten wird: "Sie werden eine gute Arbeitsbeziehung haben. Joe Biden ist ein sehr umgänglicher Typ. Er kommt mit fast jedem gut aus. Großbritannien stehen in Bezug auf Handelsabkommen schwierige Zeiten bevor. Sie werden fast unmöglich werden. Biden wird versuchen, die Leute in den Rost-Belt-Staaten zu gewinnen, ihre Unterstützung zu gewinnen, aber nicht mit Freihandelsabkommen."

Hausgemachte Probleme

Besitzstandswahrende Interessen spielen eine große Rolle bei Handelsabkommen. Aber eines der größten Probleme Großbritanniens ist hausgemacht.

"Landwirtschaft. Das ist ein besonderes politisches Problem für eine konservative Regierung, weil sie von den Stimmen aus dem ländlichen Raum abhängig ist", sagt Nigel Bowles, Politikwissenschaftler an der Oxford University. Kompromisse bei Lebensmittel- und Landwirtschaftsstandards sind eine rote Linie für London: "Wir haben gesehen, welches Gewicht kleine Interessengruppen im Fall der Fischerei haben können. Dieser Effekt wird sich um ein Vielfaches verstärken."

Das transatlantische Bündnis könnte an Gewicht gewinnen, so Brett Bruen: "Wir sind in einer post-amerikanischen Ära. Es wird mehr Konflikte geben. Wir sehen die Bemühungen von Regionalmächten wie Saudi-Arabien, der Türkei und Russland."

Und Bowles gibt zu bedenken: "China stellt jede kommende US-Regierung vor ernsthafte und tiefgreifende Probleme. Das Risiko eines Krieges ist zwar relativ gering, aber nicht zu vernachlässigen."

Aber Laut Bruen kann "Großbritannien eine wichtige Rolle als Mitglied einer Föderation spielen, die ein wenig anders aussieht als die Struktur unserer bestehenden Bündnisse wie die NATO oder die EU. Wie bringt man jetzt Länder ein, die solide demokratisch sind, die für bestimmte Prinzipien einstehen. Dabei wird Großbritannien eine wichtige Rolle spielen."

Biden und Johnson werden vielleicht nicht beste Freunde, aber sie müssen sich aufeinander verlassen können.