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Aufschrei und Proteste in Wien gegen Abschiebung von Schülerin (12)

Polizei in Wien - Symbolbild - ARCHIV
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In den frühen Morgenstunden hat die Polizei in Wien Proteste gegen die Abschiebung von Schülerinnen und ihren Familien in den Kaukasus aufgelöst. Besonders umstritten ist laut STANDARD die Ausweisung der 12 Jahre alten Tina, die mit ihrer Familie trotz Corona-Pandemie nach Georgien geflogen werden sollte. Andere Familien sollten nach Armenien ausgewiesen werden.

Tina und ihre Angehörigen waren zuvor von der Fremdenpolizei in ein Abschiebezentrum gebracht worden. Vor diesem abgeriegelten Zentrum hatten sich am Mittwoch Mitschülerinnen und Mitschüler versammelt, wie der ORF-Journalist Patrick Budgen berichtet.

Das österreichische Innenministerium erklärt, dass mehrere höchstgerichtliche Entscheide vorliegen, die eine Außerlandesbringung von TInas Familie vorsehen.

Der FALTER-Chefredakteur Florian Klenk, der an dem Protest teilnahm, berichtet auf Twitter, dass die Kinder drei Stunden in einem Bus auf ihre Abschiebung warten mussten - umringt von Polizisten und Hunden.

Mitschülerinnen und Mitschüler von Tina hatten eine Petition gegen die Abschiebung veröffentlicht. Darin heißt es: "Heute, 25.01.2021, haben wir erfahren dass unsere hochgeschätzte Klassenkameradin Tina und ihre 4.jährige Schwester mit ihrer Familie nach Georgien abgeschoben werden. Wir alle waren geschockt als Tina uns an einem normalen Montag mitten in der Schulwoche schrieb dass wir sie so bald nicht wieder sehen werden. Sie beschrieb uns in einer WhatsApp Gruppe, wie sie Angst vor den Polizisten hat. (...) Auf die Frage, ob ihr wir sie noch sehen können war die Antwort: "Wenn ihr nach Georgien kommt ja". (...) Tina ist eine super Freundin, eine gute und bemühte Schülerin mit perfekten Deutschkentnissen und toll in unsere Gemeinschaft integriert."

Bis Donnerstagmorgen hatten fast 27.000 Personen diesen Aufruf unterschrieben. Auch Politiker von SPÖ, NEOS und Grünen äußerten sich kritisch zu den Abschiebungen.