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Alkohol als Antwort auf die Coronakrise

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Von Nora Shenouda
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Alkohol als Antwort auf die Coronakrise
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Die Straßen des sogenannten Partyviertels in Budapest sind leer. Die Restaurants und Bars, die nicht nur bei Touristen, sondern auch bei Einheimischen in "normalen" Zeiten beliebt waren, sind geschlossen. Doch den Verkauf von Alkohol hat dies nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil:

Laut neuen Statistiken stieg der Verkauf von Alkohol allein im Februar 2020 um 75% und im März um 50% im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019.

Wir haben mit einer Psychologin gesprochen. Sie erklärt, dass die Pandemie das Sicherheitsgefühl der Menschen bedroht. Die Menschen fühlen sich unsicher, haben Angst und versuchen, diese Angst zu bewältigen.

Anna Zsófia Rácz meint: "Es gibt unterschiedliche Bewältigungsstrategien. Zum einen entwickeln manche Menschen Bewältigungsmechanismen, die sich auf das Problem selbst konzentrieren. Das sind meist praktische Lösungen. Dann gibt es die Bewältigungsmechanismen, die sich auf die durch das Problem hervorgerufenen Emotionen konzentrieren. Hier versucht der Mensch, mit den negativen Gefühlen irgendwie fertig zu werden. Eine nicht so gute Strategie ist das Trinken von Alkohol."

Viele Menschen, die vor der Coronakrise ihre Alkoholsucht erfolgreich bekämpft hatten, haben laut Fachärzten wieder zu trinken begonnen. Ungarn ist mit dem Problem nicht allein. Eine ähnliche Tendenz ist in vielen Ländern zu beobachten.

In Deutschland haben Psychiater 30 Prozent mehr Patienten und die Diagnose Depression und Angststörung ist um 80 Prozent seit der Corona-Krise angestiegen. Viele Fachärzte berichten, dass ihre Patienten zum Alkohol greifen, um mit der Corona-Krise fertig zu werden.