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Terror in Kolumbien

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Von Stefan Grobe
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Terror in Kolumbien
Copyright  Ivan Valencia/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Für Kolumbien scheint 2021 eines der gewaltreichsten Jahre seit langem zu werden. Laut unabhängigen Beobachtern wurde bislang alle vier Tage ein Mord an Bürgervertretern, Aktivisten oder ehemaligen Guerilla-Kämpfern verübt. Kritiker aus der Zivilgesellschaft werfen der Regierung vor, sich bei ihrer Reaktion zu sehr auf das Militär zu stützen.

Man habe gehofft, dass die Regierung umfassende Maßnahmen gegen alle Ursachen der Gewalt treffen würde und nicht nur eine Stärkung des Militärs, so Sebastián Escobar Uribe, Sprecher einer Anwaltsvereinigung. Es gehe auch um die Verbesserung der sozialen Verhältnisse einer verarmten Bevölkerung. Auch sei das wirtschaftliche Stadt-Land-Gefälle ein großes Problem.

Ein Unterausschuss des Europäischen Parlaments hatte vor einer Vernachlässigung der Sicherheit für die Bevölkerung gewarnt. 2016 richtete die EU einen Hilfsfonds für Kolumbien ein, in dem fast 130 Millionen Euro für ländliche Entwicklungsprojekte, die Wiedereingliederung von Guerillakämpfern sowie Hilfen für Opfer und Ureinwohner vorgesehen waren.

Die EU habe sich zum Ziel gesetzt, die strukturellen Probleme des kolumbianischen Staates anzugehen, vor allem die der Sicherheit, die eine Mitursache für die Jahrzehnte lange Krise des Landes seien, sagt der spanische Sozialist Javi López. Kolumbien sei ein nur teilweise funktionierender Staat, der politisch motivierte Morde erst möglich mache.

Doch die Regierung verteidigt sich. Man habe detaillierte Planungen vorgenommen, um so viele Probleme zu lösen, die eigentlich schon vor Jahrzehnten hätten gelöst werden müssen, so der Präsidentenberater Emilio Archila. Und man produziere Ergebnisse.

2019 hatte ein Teil der FARC die Wiederbewaffnung angekündigt, da eine Armutsbekämpfung und ein Ende der Verfolgung von ehemaligen FARC-Mitgliedern trotz Zusagen nicht eingehalten worden seien.

Weitere Quellen • Ana Valiente