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Katalonien: Separatistische Parteien holen sich Mehrheit

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Von Euronews  mit dpa
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In Tarragona wurde eine Stierkampfarena in ein Wahllokal umgerichtet.
In Tarragona wurde eine Stierkampfarena in ein Wahllokal umgerichtet.   -   Copyright  Emilio Morenatti/AP Photo

Bei der Parlamentswahl in Katalonien haben die Separatistischen Parteien ihre Mehrheit verteigt. Sie kamen zusammen auf 51 Prozent der Stimmen. Im Regionalparlament Kataloniens erhalten sie nun 74 der 135 Sitze. Die meisten Stimmen erzielte die Sozialistische PSC, die auf knapp 23 Prozent und 33 Mandate kommt.

Insgesamt waren rund 5,6 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung war allerdings gering - wegen der Corona-Pandemie gaben nur etwa 54 Prozent ihre Stimme ab. Bei der Wahl von 2017 wurde noch ein historischer Höchststand von 79 Prozent erreicht.

Mehr als 55% der Mandate gehen an die pro-Unabhängigkeit, mehr als 50% der Stimmen waren für Unabhängigkeit. Wir hatten noch nie eine solch solide Basis, um das aufzubauen, was das Land von uns verlangt.
Laura Borràs
Junts per Catalunya

Auf Platz zwei landet die separatistische ERC mit gut 21 Prozent, knapp vor der Partei des nach Belgien geflohenen früheren Regionalpräsidenten Carles Puigdemont, den separatistschen liberal-konservativen JuntsxCat, die auf rund 20 Prozent kommen. Dazu kommt im Lager der Separatisten noch die stramm linke CUP mit etwa 6,5 Prozent.

Ich möchte eine Botschaft an alle Verantwortlichen in Europa senden: Die Ergebnisse sind eindeutig. Wir, die Pro-Unabhängigkeitsparteien, haben eine Mehrheit. Wir haben mehr als 50% der Wählerstimmen erreicht. Das katalanische Volk hat gesprochen. Es ist an der Zeit, ein Referendum über unsere Selbstbestimmung auszuhandeln. Bitte, machen Sie mit.
Pere Aragonès
Esquerra Republicana de Catalunya (ERC)

ERC und JuntsxCat eint die Forderung nach Unabhängigkeit für die im Nordosten Spaniens gelegene Region. Allerdings will ERC die Unabhängigkeit durch ein mit Madrid vereinbartes Referendum erreichen, während JuntsxCat mit zivilem Ungehorsam und Widerstand hofft, dass Spanien irgendwann entnervt klein beigibt.

Der letzte Versuch, die Unabhängigkeit gegen den Willen der Zentralregierung durchzusetzen, scheiterte 2017 kläglich, als sich die Region nach einem Referendum, das in der Verfassung nicht vorgesehen ist, kurzzeitig von Spanien lossagte. Katalonien wurde prompt unter Zwangsverwaltung Madrids gestellt. Die Anführer flohen entweder wie Puigdemont ins Ausland oder sie wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.