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Parlamentswahl hat begonnen - wohin steuert Katalonien?

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Parlamentswahl hat begonnen - wohin steuert Katalonien?
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In der spanischen Region Katalonien hat am Morgen die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. Wegen der Pandemie wird mit einer niedrigen Wahlbeteiligung gerechnet.

Umfragen zufolge könnten Befürworter und Gegner einer Abspaltung Spaniens in etwa gleich stark werden. Auch Menschen, die sich in Quarantäne befinden und diejenigen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, können wählen gehen. Ihnen soll die letzte Stunde der Wahl zwischen 19 Uhr und 20 Uhr vorbehalten bleiben. Viele stimmten auch bereits per Briefwahl ab.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Sozialisten und Separatisten - keine Partei hat einen Erdrutschsieg sicher. Laut Umfragen hat die Unabhängigkeitsbwegung mehr Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden. Doch die Unabhängigkeit ist mittlerweile außer Reichweite.

Viele Wähler sind zusehends enttäuscht, so wie Angel Font Garcia: "Die meisten derer, die geglaubt haben, dass unsere Spitzenkandidaten ihren Traum und ihren Wunsch nach Unabhängigkeit verwirklichen würden, merken, dass keine ihrer Erwartungen erfüllt wurden. Wir haben uns sogar verschlechtert."

"Europa kümmert sich nicht um Katalonien"

Auch Roger Español ist enttäuscht. Erfolge der Unabhängigkeitsbewegung blieben aus, sagt er, es bräuchte wieder größere Proteste: "Wir müssen wieder viel mehr auf die Straße gehen. Wir brauchen internationale Unterstützung, denn Europa kümmert sich nicht mehr um Katalonien."

Die andere Seite hat in den vergangenen Jahren eine Radikalisierung von Teilen ihrer Wählerschaft erlebt. Zum ersten Mal wird die rechtsextreme Partei Vox Sitze im katalanischen Parlament erhalten.

"Katalonien gehört zu Spanien"

Manuel Fernández sagt, dass man es nicht zulassen werde, dass die Separatisten ihnen auch nur ein kleines Stückchen wegnehmen. "Katalonien gehört zu Spanien, ob sie es wollen oder nicht."

Die Wähler werden entscheiden, ob sie der Unabhängigkeitsbewegung ein weiteres Mandat geben oder beide Seiten zwingen, sich zu einigen - nämlich dann, wenn sie den Sozialisten und den gemäßigten Unabhängigen zu einer Mehrheit verhelfen, um gemeinsam zu regieren.

Mit ersten Prognosen wird kurz nach Schließung der Wahllokale ab 20 Uhr gerechnet.