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Bauarbeiten für WM 2022: 6.500 Arbeitsmigranten ums Leben gekommen

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Archivaufnahme einer Baustelle für die WM 2022 in Katar
Archivaufnahme einer Baustelle für die WM 2022 in Katar   -   Copyright  Vadim Ghirda/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
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Seit Katar den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2022 erhalten hat, steht das Land wegen der Arbeitsbedingungen von Hunderttausenden von Migranten, die vor dem Großereignis auf den Baustellen schuften, international in der Kritik.

Jüngsten Berichten zufolge sind seit 2010 mehr als 6.500 Arbeitsmigranten aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka in dem Emirat gestorben.

Euronews sprach mit dem Direktor der NGO Fair Square Projects, Nick McGeehan, der die Glaubwürdigkeit dieser Zahlen beurteilte: "Ich denke nicht, dass es irgendeinen Zweifel daran gibt, dass diese Zahlen korrekt sind. Die vielleicht beunruhigendere Tatsache ist, dass nicht nur 6.750 Menschen gestorben sein sollen, sondern dass 69 Prozent dieser Todesfälle ungeklärt sind. Das sind mehr als 5.000 ungeklärte Todesfälle von Wanderarbeitern in einem Zeitraum von zehn Jahren. Und ich denke, das ist der wahre Skandal.''

"In unhygienischen Unterkünften eingepfercht"

Nachfrage von Euronews-Redakteur Andy Robini: "__Was können Sie über die generellen Bedingungen für diese Wanderarbeiter in Katar sagen?"

Nick McGeehan: "Nun, es gibt seit langem viele Medien- und NGO-Berichte, in denen von schwerem Missbrauch und Ausbeutung von Wanderarbeitern in Katar berichtet wird. Wir wissen, dass sie extrem lange arbeiten, wir wissen, dass sie schlecht oder gar nicht bezahlt werden, wir wissen, dass sie in unhygienischen Unterkünften untergebracht und eingepfercht sind. Diese Dinge sind also ausgiebig dokumentiert worden.

Die relevanten Neuigkeiten in Bezug auf ihre Arbeitsbedingungen kamen wahrscheinlich 2019 heraus, als es einige überprüfte Untersuchungen gab, die Hitzestress als wahrscheinlichste Ursache für zahlreiche Todesfälle identifizierten. Und wenn man sich anschaut, wie die Wanderarbeiter vor der Hitze, die in Katar extrem ist, und vor der Luftfeuchtigkeit geschützt werden, dann sieht man eine riesige Lücke. Die Arbeiter müssen also nicht nur übermäßig lange arbeiten, sondern tun dies auch noch unter extrem gefährlichen Bedingungen, und ich denke, dass dieser Kontext unglaublich wichtig ist, wenn man eine große Anzahl ungeklärter Todesfälle sieht."

In einer schriftlichen Erklärung versicherte ein Sprecher der Fifa, dass sich der Weltfußballverband voll und ganz für den Schutz der Rechte der Arbeiter in seinen Projekten einsetzt, während die Regierung von Katar die jüngsten Zahlen nicht bestritt, aber darauf bestand, dass die Zahl der Todesfälle im Verhältnis zur Anzahl der Wanderarbeiter steht.