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Anklage: Ikea soll Mitarbeiter systematisch ausspioniert haben

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Von Oleksandra Vakulina
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Anklage: Ikea soll Mitarbeiter systematisch ausspioniert haben
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Die französische Niederlassung des schwedischen Möbelriesen Ikea wird beschuldigt, Mitarbeiter und Bewerber ausspioniert zu haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nutzte das Unternehmen zwischen 2009 und 2012 ein illegales „Bespitzelungssystem“ mit Hilfe von Privatdetektiven und Polizeibeamten, so der Vorwurf zum Prozessauftakt in Versailles. Ikea Frankreich wird als Unternehmen zusammen mit mehreren ehemaligen Führungskräften angeklagt.

Leider hatte ich einen Bankräuber als Namensvetter, und die Art und Weise, wie diese Anfragen nach Akten und Strafregisterauszügen gemacht wurden, war absolut dilettantisch. Wenn man um solche Informationen bittet, gibt man zumindest das Geburtsdatum der Person an, und das war bei mir nicht der Fall, sie recherchierten nur mit meinem Vor- und Nachnamen, und so wurde ich zum Bankräuber.
Hocine Redouani
Zeuge und Ikea-Opfer

Zu den 15 Angeklagten gehören ehemalige Filialleiter und Top-Manager. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren, Ikea selbst muss mit einer Geldbuße von bis zu 3,75 Millionen Euro rechnen wegen illegalem Datensammelns und Vertuschung. Der Anwalt des Unternehmens bestreitet die rechtliche Grundlage überhaupt:

Ich erinnere daran, dass es keine strafrechtliche Einordnung hinsichtlich systematischer Spionage gibt. Man kann nicht sagen, es habe ein allgemeines System der Spionage innerhalb dieser Firma gegeben, das ist sachlich falsch und es ist rechtlich falsch.
Emmanuel Daoudan
Ikea-Anwalt

Unter den Angeklagten sind auch vier Polizeibeamte, die vertrauliche Informationen weitergegeben haben sollen.