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Klappt das? Schneller impfen vor Kollaps der Intensivstationen in Europa

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Klappt das? Schneller impfen vor Kollaps der Intensivstationen in Europa
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Zahl der Intensivpatient:innen in Frankreich ist weiter gestiegen

In Frankreich werden jetzt in 200 Mega-Zentren wie dem Fußball-Stadion "Stade de France" im Norden von Paris Impfungen verabreicht. Dabei ist die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen weiter - auf mehr als 5.600 - gestiegen.

Zum Vergleich: Das Intensiv-Register verzeichnet 4.355 Patient:innen mit Covid-19 auf Intensivstationen deutscher Akut-Krankenhäuser. Allerdings verfügt Deutschland über weit mehr Internsivbetten als Frankreich. Die offizielle französische App "AntiCovid" meldet am 6. April 2021 eine Auslastung der Intensivstationen von 111 Prozent.

Insgesamt sind mehr als 30.000 Menschen in Frankreich wegen Covid-19 im Krankenhaus.

Ein Mann im Impfzentrum in St. Denis meint zu seiner Impfung: "Ich habe eine Stunde gewartet. Ein bisschen viel für ältere Leute wie mich."

Und in der Telefonzentrale erklärt ein Beschäftigter: "Oft fragen die Leute nach Pfizer... Und Pfizer geht uns jetzt aus. Einige Leute haben Vorbehalte gegen Moderna." Das BioNTech-Pfizer-Vakzin wird vielerorts nur unter dem Namen der US-Pharmafirma genannt.

Im "Stade de France" sollen 10.000 Menschen pro Woche geimpft werden.

Sanchez verspricht Impfung von 70 % der Spanier:innen bis Ende August

In Spanien hat Ministerpräsident Pedro Sanchez versprochen, dass bis Ende August 33 Millionen - das sind 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger - geimpft sein werden.

Allerdings war das vorherige Impfziel: nämlich 80 Prozent der über 80-Jährigen bis Ende März geimpft zu haben, verpasst worden. Und um das neue Ziel zu erreichen, muss das Impftempo in Spanein deutlich erhöht werden.

Überall im Land - außer auf den Kanarischen Inseln - steigt die Zahl der Neuinfektionen. Daher forderte Sanchez die Menschen zum Durchhalten auf - und dazu weiter Masken zu tragen und die Regeln zu beherzigen.

Zweitimpfungen in Deutschland verschieben?

In Deutschland wird jetzt auch in Hausarztpraxen gegen das Coronavirus geimpft, damit soll das Impftempo deutlich erhöht werden. Doch viele Ärztinnen und Ärzte klagen über zu viel Papierkram.

Diskutiert wird darüber, ob die Zweitimpfungen verschoben und nicht für alle Impfdosen für die Zweitimpfung zurückgehalten werden sollten.

Der bayrische Gesundheitsminister Klaus Holotschek erklärte in der Augsburger Allgemeinen: "Seit 12. März haben wir den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung gemäß der Zulassung erweitert. Bei Biontech und Moderna beträgt der Abstand somit sechs Wochen, bei AstraZeneca zwölf Wochen."

Bayern verzichtet bereits weitgehend auf Zurückstellung von Impfdosen für die Zweitimpfung. "Wir haben beim Impfgipfel unter anderem auch beschlossen, die Reserve an Impfstoff für AstraZeneca aufzuheben und für Biontech auf 10.000 Impfdosen zu reduzieren", sagte Holetschek. "Damit haben wir kurzfristig rund 50.000 Impfdosen zur Verfügung, die wir bei Bedarf einsetzen können."

In Ungarn ist ein Viertel der Bevölkerung - teils mit dem russischen Impfstoff Sputnik V - geimpft. Trotz einer enorm hohen Todesrate durch Covid-19 sprach sich Regierungschef Viktor Orban für rasche Lockerungen aus.

Journalist • Kirsten Ripper