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Nach Sofagate: Einheit suchen auf getrennten Wegen

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Nach Sofagate: Einheit suchen auf getrennten Wegen
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Sie kamen getrennt, und sie gingen getrennt. Falls Kommission und Rat nach dem Sofa-Vorfall in Ankara Einigkeit zeigen wollten, dann war die Anhörung vor dem Europäischen Parlament eine verpatzte Gelegenheit. Charles Michel und Ursula von der Leyen stellten sich den Fraktionschefs, um zu erklären, was genau im türkischen Präsidentenpalast geschah.

Die Vorsitzende der Sozialisten Iratxe Garcia, die Michel wegen seines Verhaltens scharf kritisiert hatte, äußerte Genugtuung. Ratspräsident Michel habe erneut sein Bedauern für den Vorfall zum Ausdruck gebracht, und das sei ein erster Schritt. Als Frau, Europäerin und Sozialdemokratin sei sie beleidigt worden, aber nun akzeptiere sie seine Entschuldigung.

Michel und von der Leyen wurden aufgefordert, in den nächsten zwei Wochen Vorschläge vorzulegen, wie ein solcher protokollarischer Fauxpas in Zukunft vermieden werden könne. Ein Fauxpas, der Europas Image in der Welt Schaden zugefügt und der die Rivalitäten zwischen den beiden EU-Institutionen aufgezeigt habe.

Der für die Beziehungen zwischen eben diesen Institutionen zuständige EU-Kommissar äußerte sich zuversichtlich, dass man nun Sofagate hinter sich lassen könne. Er sei sicher, dass sich beide Präsidenten nun auf die Zukunft konzentrieren wollten, so Maros Sefkovic. Europa und seine Interessen müssten gut verteten und wo überall nötig verteidigt werden.

Bei aller Beteuerung von Einigkeit bleibt die fundamentale Frage, die Europa von Anfang an umtreibt: Wer vertritt eigentlich wirklich die Europäer?