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Süßer Pandemietröster mit Tücken: Wien geht gegen illegalen Welpenhandel vor

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Süßer Pandemietröster mit Tücken: Wien geht gegen illegalen Welpenhandel vor
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Oft genügt ein Klick im Internet und durch Lockdowns vereinsamte Menschen bekommen einen süßen Welpen geliefert. Was viele aber nicht wissen: Die meist aus Osteuropa illegal importierten Hunde sind schlecht sozialisiert und meistens krank. Damit sie gar nicht erst im Tierheim landen verschärft die Stadt Wien nun die Maßnahmen - von Polizeikontrollen bis zu Informationskampagnen.

"Gerade heute haben wir einen Welpen konfisziert", so Ruth Jily, Leiterin des Veterinäramts Wien. "Eine Privatperson hat den Hund bestellt. Die Amtstierärztin ist hingefahren in die Wohnung und hat das Tier abgenommen und es muss jetzt im Tierheim bleiben bis es eine gültige Tollwutimpfung hat."

Die meisten der Tiere, die Menschen im Internet bestellen, seien krank, so Jily. Zum Beispiel bekämen sie nach ein paar Tagen Durchfall: "Sie müssen mit Tierarztkosten rechnen. Im schlimmsten Fall stirbt das Tier."

Schweinebauern steigen auf Welpenhandel um

Die EU hat zwar gerade erst das Tiergesundheitsrecht verschärft, um den dramatisch steigenden Online-Handel zu stoppen reiche das aber nicht aus, warnen TierschützerInnen.

"Die Anzahl der Fälle, in denen Tiere aufgrund von illegalem Welpenhandel abgenommen worden sind, hat sich seit der Pandemie verdreifacht", so die Wiener Ombudsfrau für Tierschutz, Eva Persy. "Und das ist ja nur die Spitze des Eisberges. Wir wissen dass zum Beispiel ehemalige Schweinebauern auf die Welpen-Vermehrung umgestiegen sind. Dort gibt es Muttertiere, die einfach einen Wurf nach dem anderen produzieren und schon ganz ausgemergelt sind. Teilweise werden diese Welpen wirklich unter schrecklichen Bedingungen gehalten."

Österreich ist eines der wenigen Ländern Europas in dem so junge Welpen überhaupt noch aus dem Ausland eingeführt werden dürfen. Eine Anhebung des Einfuhr-Alters könnte bei der Lösung des Problems helfen.