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Belarus: Mutter von Roman Protassewitsch "Bitte helft uns!"

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Von Euronews mit dpa
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Belarus: Mutter von Roman Protassewitsch "Bitte helft uns!"
Copyright  Czarek Sokolowski/The Associated Press
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In Polen und der Ukraine protestieren die Menschen für eine Freilassung des belarussischen Journalisten Roman Protassewitsch. Lukaschenko sucht Unterstützung für seine Ryanair-Zwangslandung und Verhaftung des Regimegegners bei Kremlchef Wladimir Putin.

In der polnischen Hauptstadt Warschau haben in Polen lebende Belarussen gegen die Inhaftierung des belarussischen Journalisten Raman Pratasewitsch protestiert. Aber nicht nur - auch viele Einwohnerinnen und Einwohner Warschaus schlossen sich an, außerdem Abgeordnete des polnischen Parlaments.

Die Eltern von Pratasewitschs, die auch auf der Solidaritätskundgebung in Warschau dabei waren, wissen nicht, wo ihr Sohn festgehalten wird.

"Ich möchte, dass Lukaschenko es sich bitte noch einmal überlegt"

"Für die Redefreiheit sind mein Sohn und Sofia und andere im Gefängnis. Ich möchte, dass Lukaschenko es sich bitte noch einmal überlegt" fleht Pratasewitschs Mutter in einer Ansprache während der Kundgebung. "Ich schäme mich nicht, alle EU-Länder zu bitten und Amerika zu bitten, uns zu helfen"

Auch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gingen Belarussen auf die Straße, um gegen das Regime von Alexander Lukaschenko zu demonstrieren. Einer der Protestteilnehmer sagte: "Bei uns zuhause in Belarus haben wir keine Möglichkeit, solche Proteste durchzuführen."

Viele Menschen hätten sich deshalb entschieden, die Aufmerksamkeit anderer Länder zu erregen, so der Mann. "Wir leben alle auf einem Planeten, im gleichen Europa."

Tichanowskaja ruft zu neuen Protesten auf

Die ins EU-Land Litauen geflüchtete Oppositionelle Tichanowskaja rief zu neuen Protesten auf. Sie forderte Solidarität mit Protassewitsch, Sapega und anderen politischen Gefangenen. Sie erinnerte auch an ihren Ehemann Sergej Tichanowski, der bereits seit einem Jahr in Belarus in Haft sitzt. "Meine Kinder und ich vermissen Sergej jeden Tag", schrieb die 38-Jährige auf Twitter.

Die EU und die USA haben Sanktionen gegen Belarus verhängt. Die belarussische Fluglinie Belavia musste nach der EU-Entscheidung über Flugverbote seine Verbindungen in die EU-Staaten einstellen. Westliche Airlines umfliegen den belarussischen Luftraum.

Der Kreml warf Brüssel nun vor, emotional reagiert zu haben. UN-Vertreter Russlands Dmitry Polyanskiy kritisierte das Vorgehen westlicher Staaten.

"Von vornherein zu sagen, dass es eine erzwungene Notlandung war und sie ohne jede Untersuchung zu verurteilen und Sanktionen zu verhängen, diese Art von Verhalten ist absolut unverantwortlich"

Rückendeckung und neue Millionen-Kredite von Putin

Nach der umstrittenen Ryanair-Zwangslandung und Verhaftung von Roman Protassewitsch am vergangenen Sonntag, gerät Lukaschenko international zunehmend unter Druck.

Unterstützung in der Konfrontation mit dem Westen erhält er weiterhin von Kremlchef Wladimir Putin. Russland will das autoritär geführte Belarus in den kommenden Wochen mit einem Kredit in Höhe von 500 Millionen US-Dollar unterstützen. Das haben die beiden auf einem gemeinsamen Treffen an diesem Wochenende beschlossen.

Putin und Lukaschenko treffen sich derzeit in Sotschi am Schwarzen Meer, vor allem, um Fragen des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu besprechen, wie ein Kremlsprecher betont.

Allerdings hatte sich der belarussische Langzeitmachthaber zum Auftakt seines Besuchs am Freitag über den Druck des Westens auf sein Land beklagt.

Belarus ist wirtschaftlich stark angeschlagen und steht bereits mit Milliardenbeträgen bei Moskau in der Kreide.