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Kleine Schuhe für 215 tote indigene Kinder in Kanada

Von Euronews mit AP, CTV via EBU
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Gedenken an die toten Kinder in Kanada - mit kleinen Schuhen in Vancouver
Gedenken an die toten Kinder in Kanada - mit kleinen Schuhen in Vancouver   -   Copyright  DARRYL DYCK/AP
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In Vancouver ist mit kleinen Schuhen an die 215 Kinder erinnert worden, deren Leichen in einem Umerziehungsheim für Indigene im Westen von Kanada gefunden wurden. Wie die Kinder in dieser katholischen Einrichtung vor Jahrzehnten ums Leben kamen, soll jetzt aufgeklärt werden. Im Juni will die indigene Gemeinde des Ortes Kamploops einen Bericht dazu veröffentichen.

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau kündigt auf Twitter an, dass - um die Kinder zu ehren - die Flaggen auf offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt werden.

Die Leichen der Kinder waren auf Radaraufnahmen der Gegend entdeckt worden.

Für die Umerziehungsmaßnahmen in Internaten und den "kulturellen Genozid" hatte sich die kanadische Regierung in den Jahren zuvor entschuldigt, doch das Trauma sitzt tief.

Unter dem Slogan "Every Child Matters" ("Jedes Kind zählt") wollen viele aus Solidarität an diesem Montag orangefarbene T-Shirts tragen.

Eine Organisatorin der Gedenkveranstaltung bat um Gebete für diese Kinder, die jetzt nach einer Kanureise auf der anderen Seite von ihren Vorfahren empfangen würden.

DARRYL DYCK/AP
Gedenken an die toten indigenen Kinder vor der Art Gallery in VancouverDARRYL DYCK/AP

Auf Twitter erinnert ein User, der sich LakotaMan1 nennt, daran, dass noch in den 50er Jahren in Kanada indigene Kinder gekauft werden konnten - für 10 kanadische Dollar.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die späten 60er Jahre wurden 150.000 indigene Kinder in Kanada von ihren Familien getrennt und in Heimen gezwungen zu einer christlichen Religion zu konvertieren.