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Wissenschaftler warnen vor dritter Coronawelle in Großbritannien

Von Julika Herzog mit dpa
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Wissenschaftler warnen vor dritter Coronawelle in Großbritannien
Copyright  Scott Heppell/AP
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Während die Menschen in Großbritannien an einem der heißesten Tage des Jahres die Sonne genießen, warnen Experten, dass das Land am Beginn einer dritten Welle steht.

Die zunächst in Indien entdeckte Variante B.1.617.2 breitet sich im Land zunehmend aus und könnte trotz der weit fortgeschrittenen britischen Impfkampagne die Aufhebung der noch geltenden Corona-Beschränkungen - eigentlich geplant für in drei Wochen- gefährden. Die Variante gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen des Virus.

Exponentielles Wachstum durch indische Variante

«Es hat ein exponentielles Wachstum bei der Zahl der neuen Fälle gegeben und mindestens drei Viertel sind die neue Variante», sagte der Mikrobiologe Ravi Gupta am Montag in einem BBC-Interview. Zwar seien die Fallzahlen derzeit noch relativ niedrig, erklärte Gupta, der in einem Gremium für neue aufkommende Virus-Bedrohungen die Regierung berät. Trotzdem sehe er Anzeichen einer beginnenden Welle.

"Im Moment haben wir noch nicht genügend Daten. In einigen Teilen des Landes gibt es gar keine Fälle der Variante und die Lage ist ziemlich stabil. Aber in anderen Teilen des Landes übernimmt die indische Variante bereits das Infektionsgeschehen," warnt auch der für Coronaimpfungen zustandige parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium Nadhim Zahawi.

Impfstoffe wirken - Impfrate erhöhen

Die gute Nachricht: die Impfstoffe sind auch gegen die Variante wirksam. Bislang sind knapp drei Viertel der Erwachsenen in Großbritannien erstgeimpft, knapp die Hälfte hat beide Impfdosen erhalten. Das Ziel ist es nun, die Impfrate noch zu erhöhen. Gerade wurde das Twickenham-Stadion in London zum Impfzentrum umfunktioniert.

"Das ist unsere einzige Chance, dass alles wieder normal wird und um die Schwächeren zu schützen. Es ist also ganz klar, dass wir uns impfen lassen", sagt eine junge Frau. Und eine andere: "Besonders wegen der indischen Variante ist es sicherer, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen. Deshalb bin ich heute hier."

Frankreich öffnet Impfungen für alle

In Frankreich wurde die Corona-Impfkampagne gerade für alle Erwachsenen ab 18 Jahre geöffnet. Premierminister Jean Castex sprach von einem symbolischen Tag.

"Für mich ist die Impfung ein Muss: um meine Großeltern sehen zu können und auch um im Juli Urlaub zu machen. Außerdem habe ich gerade einen Arbeitsvertrag in einem Restaurant mit mehr als 200 Sitzplätzen unterschrieben, da ist die Impfung wichtig", sagt ein 20-jähriger der die erste Injektion bekommt.

"Weiße Zonen" in Italien dank sinkender Inzidenzen

In Italien sinken die Coronafallzahlen weiter. Immer mehr Regionen gehen unter die magische Fünfziger-Inzidenzschwelle. Es gibt seit Montag drei sogenannte "weiße Zonen", in denen jetzt die meisten Einschränkungen aufgehoben werden.

Als solche werden gemäß der italienischen Corona-Ampel jene Regionen oder autonomen Provinzen ausgewiesen, in denen die auf 100.000 Einwohner berechnete wöchentliche Inzidenz drei Wochen in Folge unter der Grenze von 50 liegt.

Eine Kellnerin freut sich: "Es ist seltsam, aber eine Tasse Kaffee in einer Bar, scheint etwas Neues zu sein. Zur Normalität zurückzukehren ist wunderschön."