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Gestörte Notrufnummern in Frankreich: "Orange"-Chef muss sich erklären

Rettungssanitäter in Paris, Archivbild,10.03.2020
Rettungssanitäter in Paris, Archivbild,10.03.2020   -   Copyright  AP/Ludovic Marin
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Der französische Innenminister Gérald Darmanin brach seine Reise in Tunesien ab, um die zügig einberufene Krisensitzung zu leiten. Denn in ganz Frankreich waren am Abend die gängigen Notrufnummern nicht erreichbar - von 18 Uhr bis Mitternacht, also gute sechs Stunden lang. Hintergrund waren offenbar technische Störungen beim Telefonanbieter "Orange". Für mindestens drei Menschen soll deswegen jede Hilfe zu spät gekommen sein.

Am Donnerstagmittag erklärte Stéphane Richard, der Chef des Telefonanbieters, dass die Notrufnummern wieder normal funktionieren würden. "Es gab im Laufe des Vormittags eine Reihe von sehr begrenzten Störungen. Während wir sprechen, arbeiten alle Notrufnummern normal", sagte er in der 13-Uhr-Nachrichtensendung von TF1. "Die Situation ist unter Kontrolle".

Zuvor war Richard ins Innenministerium geladen worden, um sich zu erklären. Er hatte den Betroffenen am Donnerstag schon über seinen Twitter-Account "seine tiefste Entschuldigung" angeboten.

Innenminister Darmanin bezeichnete den Ausfall der Notrufnummern als "ernste und inakzeptable Störungen". Ihm zufolge könnte der Vorfall zum Tod von drei Menschen geführt haben, neben einem Mann aus der Bretagne waren zwei weitere Menschen der französischen Übersee-Insel La Réunion betroffen, die wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Notruf wählten und niemanden erreichten. Alle drei starben. Untersucht wird nun, inwiefern ein Zusammenhang zwischen den nicht funktionierenden Notrufnummern und dem Tod der Menschen besteht.

Bei Notfällen sind die Bürger aufgerufen, die gewohnten Notrufnummern 15 (Krankenwagen) 17 (Polizei) und 18 (Feuerwehr) zu wählen. Das Netzwerk funktioniere, werde aber weiter beobachtet, wie der Telefonanbieter Orange erklärte. Zusätzlich hatte Orange 400 Umleitungsnummern eingerichtet, die zumindest bis Freitag als Alternative freigeschaltet sind.

Weitere Quellen • TV1