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Swingerclubs ja, Nachtclubs nein: So lockert Frankreich die Corona-Beschränkungen

Ein wegen der Corona-Pandemie geschlossener Nachtclub in Miami, Florida, 14.10.2020
Ein wegen der Corona-Pandemie geschlossener Nachtclub in Miami, Florida, 14.10.2020   -   Copyright  Lynne Sladky/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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In Frankreich haben einige Abgeordnete ihr Unverständnis über die geplanten Corona-Lockerungen der Regierung zum Ausdruck gebracht. Denn diese bedeuten unter anderem, dass Nachtclubs geschlossen bleiben, Swingerclubs aber wieder öffnen können.

Das Land hat Anfang Mai damit begonnen, die ersten Lockdown-Regeln aufzuweichen. Die nächste Phase tritt ab dem 19. Mai in Kraft. Dann werden die Außenbereiche und Terrassen von Restaurants und Bars wieder geöffnet haben, genauso wie Geschäfte, Kinos, Museen und Theater.

Und auch einige Swingerclubs.

Aber Diskotheken, die nun schon seit 14 Monaten geschlossen sind, haben immer noch keine Klarheit darüber, wann sie wieder Gäste empfangen dürfen. Der Zeitplan der Regierung legt nahe, dass das frühestens im Juli der Fall sein wird.

Einige Abgeordnete haben nun auf die "Inkohärenz" der Regierungsstrategie hingewiesen.

"Wir machen absurde Dinge [...] und wir wissen genau, dass in diesen Clubs alle sozialen Distanzierungsmaßnahmen eingehalten werden... deshalb gehen wir dorthin", sagte Philippe Gosselin, Abgeordneter für das nördliche Département Manche, Anfang dieser Woche im Parlament, unter dem Gelächter der anwesenden Kolleg:innen.

"Sie können die Inkohärenz sehen. Wir wollen verhindern, dass junge Leute irgendwann tanzen gehen, und wir erlauben anderen Arten von Etablissements, zu öffnen," fügte er hinzu.

Der Abgeordnete Jean Lassalle, aus dem südwestlichen Département Pyrénées-Atlantiques, sprach ebenfalls über die Angelegenheit:

"Die Ältesten unter uns wissen, dass einige Swingerclubs während des gesamten Lockdowns geöffnet blieben, viele unserer Kollegen hatten dort in früheren Mandaten ihre Gewohnheiten und die Minister zähle ich nicht einmal", sagte er und löste damit Gelächter im Parlament aus, bevor er eine Zurechtweisung der Sitzungspräsidentin hinnehmen musste.

"Wie können wir dann diese Ungleichbehandlung mit den Nachtclubs erklären?", fuhr er fort und wies darauf hin, dass deren Schließung bisher "45.000 Arbeitsplätze und 1,3 Milliarden Euro Verlust" zur Folge hatte.

Geschäfte und Läden, die Kunden willkommen heißen, dürfen wieder öffnen, abhängig von ihrer Kategorisierung. Manche fallen in mehrere Kategorien, wenn sie beispielsweise mehrere Dienstleistungen anbieten, wie zum Beispiel ein Spa, in dem auch ein Restaurant angeschlossen ist. In diesem Fall müssen die verschiedenen Teile des Betriebs möglicherweise zu unterschiedlichen Zeiten öffnen.

Im Fall von Swingerclubs dürfen diejenigen, die als Club/Restaurant kategorisiert sind, am 19. Mai wieder öffnen, während diejenigen, die als Nachtclub kategorisiert sind, nicht öffnen dürfen.