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Taliban in Moskau: "Nicht darauf aus, die Macht zu übernehmen"

Die Taliban-Delegation auf dem Weg ins russische Außenministerium
Die Taliban-Delegation auf dem Weg ins russische Außenministerium Copyright Alexander Zemlianichenko/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Alexander Zemlianichenko/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
Von Euronews mit AP,dpa
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Die Taliban gelten in Russland als extremistische Organisation und sind deshalb verboten. Eine hochrangige Delegation aus Afghanistan wurde an diesem Freitag im russischen Außenministerium empfangen.

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**Der Kreml demonstriert seine Souveränität. Obwohl die islamistischen Taliban in Russland als extremistische Organisation verboten sind, empfing das Außenministerium in Moskau eine Delegation der Miliz aus Afghanistan. **

Hintergrund ist die Sorge vor einer Ausbreitung der Kämpfe in dem Nachbarland auf umliegende Staaten.

Der Vorsitzende der Taliban-Kontaktgruppe, Shahabuddin Delawar, sagte in Moskau: "Es ist Ihnen und der ganzen Welt klar, dass das Islamische Emirat die Kontrolle über 85 Prozent des afghanischen Territoriums hat. Wir sind nicht darauf aus, die Macht zu übernehmen, wir wollen, dass alle Afghanen ihre Rolle in der Regierung mit uns spielen, entsprechend ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen."

Lawrow: "Keine Maßnahmen ergreifen"

Der russische Außenminister Sergej Lawrow führte offenbar in Moskau keine direkten Gespräche mit den Islamisten. Er äußerte sich nach einem Treffen mit seinem indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar in der Hauptstadt. Lawrow ist besorgt, weil Spannungen und vereinzelt auch Kampfhandlungen in Grenznähe zu afghanischen Anrainerstaaten wie Turkmenistan und Usbekistan gemeldet werden. Zudem ließ Tadschikistan 1500 afghanische Soldaten auf der Flucht vor den Taliban ins Land.

Lawrow sagte bei einer gemeinsamen Pressekonfernz mit Delawar: "Während die Militäraktionen auf dem Territorium Afghanistans geschehen, werden wir keine Maßnahmen ergreifen, abgesehen von der Wiederholung unserer beharrlichen Aufrufe, den politischen Prozess, den alle Afghanen unterstützen, so schnell wie möglich zu beginnen. Alles, was in Afghanistan geschieht, beunruhigt uns natürlich ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Überspringens von Problemen auf das Territorium unserer Verbündeten."

Provinzhauptstadt erobert

Während die Taliban in Moskau vorstellig wurden, führten sie parallel im Nordwesten Afghanistans ihren Eroberungszug fort. Die Miliz erkämpfte sich erstmals seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen wieder eine Provinzhauptstadt - Qala i Naw, nicht weit entfernt von der Grenze zu Turkmenistan.

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