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Israel: Regierungschef besorgt Corona-Impfstoff für Teenager

Von su mit dpa
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Israel: Regierungschef besorgt Corona-Impfstoff für Teenager
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Israels Ministerpräsident hat beim US-Pharmaunternehmen Pfizer Nachschub an Coronavirus-Impfstoffen bestellt. Die Lieferung Anfang August soll laut Naftali Bennett seine Bemühungen zur Impfung von Teenagern unterstützen. Nach Medienberichten laufen die Lagerbestände des Landes Ende Juli ab.

In Israel sind mehr als 61 Prozent der 9,3 Millionen Einwohner mindestens einmal geimpft und fast 56 Prozent zweimal, die überwiegende Mehrheit mit dem Pfizer/BioNTech-Impfstoff.

Das Gesundheitsministerium verzeichnete in den letzten Wochen einen stetigen Anstieg der Neuinfektionen, die meisten bei ungeimpften Kindern. Am Vortag seien 450 neue Fälle gemeldet worden, so das Ministerium am Freitag. Die Zahl der Schwerkranken lag demnach bei 39.

Die meisten der neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese war zuerst in Indien entdeckt worden und gilt als besonders ansteckend.

Naftali Bennett, Ministerpräsident:

„Diese Bestellung sichert zusammen mit den vorhandenen Impfstoffen ab sofort eine kontinuierliche Versorgung des Staates Israel mit Impfstoffen. Ich möchte betonen: Es gibt genug Impfstoffe für alle. Die ersten Dosen haben wir auf Lager und die zweiten werden Anfang August eintreffen."

PIEKS FÜR JUGENDLICHE UND IMMUNSCHWACHE

In Israel können Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem ab sofort eine Auffrischungsimpfung bekommen. Die dritte Spritze mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff erhalten zum Beispiel Menschen nach Organtransplantation oder die an einer Krankheit litten, die einen Abfall der Immunität verursache, so Gesundheitsminister Nitzan Horowitz. Die Regierung prüfe die Frage einer Auffrischungsimpfung für die gesamte Bevölkerung, aber das sei noch nicht entschieden.

Das Land hatte zuletzt die Quarantänebestimmungen für Einreisende verschärft: Auch Geimpfte und Genesene müssen demnach nach Ankunft 24 Stunden in die Isolation beziehungsweise solange, bis ihr Coronatest-Ergebnis vorliegt.

BOOSTER-IMPFUNGEN AUCH FÜR USA UND EUROPA?

Die israelische Impfkampagne war bereits im Dezember angelaufen. Pfizer und BioNTech wollen in den nächsten Wochen auch die Behörden in den USA und in Europa bitten, die sogenannten Booster-Impfungen zu genehmigen. Sie begründen dies mit einem erhöhten Infektionsrisiko nach sechs Monaten.

Die Impfkampagne in Israel war besonders zu Beginn sehr erfolgreich, kam schnell voran und sorgte damit international für Aufsehen. Die Behörden ließen Impfungen für 12- bis 15-Jährige Anfang Juni zu, begannen aber erst Ende letzten Monats als Reaktion auf steigende Fallzahlen, Impfungen für die Altersgruppe zu fördern.

Ministerpräsident Bennett will prüfen lassen, ob der Bau einer Fabrik zur Herstellung von Corona-Impfstoff möglich ist, so sein Büro am Freitag.

KLAGE GEGEN IMPFSKEPTISCHE MUTTER

Zuletzt hatte eine 16-Jährige erfolgreich gegen ihre Mutter geklagt, die sie nicht impfen lassen wollte. Das Bezirksgericht in Haifa bestätigte das Urteil einer niedrigeren Instanz.

Die Jugendliche hatte im März gegen die Mutter geklagt, weil sie sich wie ihr Vater und andere Angehörige gegen das Coronavirus impfen lassen wollte. Die Mutter lehnte die Impfung ab, weil sie sie für einen «Massenversuch» hielt und langfristige Nebenwirkungen für ihre Tochter befürchtete.

Das Gericht verwies jedoch auf die Empfehlung des Gesundheitsministeriums, alle Israelis vom Alter von zwölf Jahren an impfen zu lassen. Die Mutter muss nun auch die Gerichtskosten von umgerechnet rund 1.300 Euro tragen.

su mit dpa