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Flämische Geisterstadt Doel vielleicht vor neuem Leben

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Von Stefan Grobe  & Meabh McMahon
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Flämische Geisterstadt Doel vielleicht vor neuem Leben
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Doel in Ostflandern - einst ein florierendes Städtchen von 1000 Einwohnern im Schatten eines Atomkratftwerks, ist es heute praktisch verlassen. Weniger als Dutzend Bewohner harren noch aus. Unter ihnen Kevin und sein dreijähriger Sohn Rover. Kevin wuchs in der Region auf und kämpft seit Jahren für den Erhalt von Doel.

Er sei 18 gewesen, als man entschieden habe, Doel aufzugeben. Alle Einwohnmer seien aufgefordert worden, den Ort zu verlassen. Seitdem habe er den Verdacht, dass etwas Merkwürdiges vorgehe.

Dieses Merkwürdige, das Kevin spürte, war der Beschluss der flämischen Regierung, Doel abzureißen.

Das war in den 90er Jahren, und der Plan war, den Hafen von Antwerpen zu vergrößern, um mehr Docks für Schiffe zu haben.

Doch 21 Jahre später ist Doel noch immer eine Geisterstadt, da sich die offiziellen Pläne ständig änderten und die Bewohner stets Widerstand leisteten. Inzwischen zieht Doel Touristen an, die glauben, sie hätten ein Freilichtmuseum vor sich.

Die Kindern stellten viele Fragen, so dieser Besucher. Sie wollten wissen, warum die Menschen weggezogen seien und ihre Häuser verkauft hätten.

Doch Doel hat seitdem auch Vandalismus, Plünderungen und ausgelassene Rave-Parties erlebt. Die Polizei patroulliert nun regelmäßig. Und auch lokale Politiker wurden wieder hellhörig und wollen Doel retten - trotz allem. Ein neuer Plan sieht den Erhalt der Stadt bei gleichzeitigem Hafenausbau vor.

Der zuständige Minister sagt, es liefen vielversprechende Verhandlungen mit Umweltverbänden. Er hoffe daher auf einen positiven Abschluss nach einem zwanzigjährigen Konflikt. Vielleicht bis zum Jahresende.

Ein Kompromiss scheint also möglich. Doch von einem Happy End zu sprechen, wäre wohl zu viel.