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Taliban in Masar-i-Sharif - Lage in Afghanistan immer verzweifelter

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Von Euronews mit dpa
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Taliban in Masar-i-Sharif - Lage in Afghanistan immer verzweifelter
Copyright  Samiullah Quraishi/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Die militant-islamistischen Taliban setzen ihren Vormarsch in Afghanistan fort und rücken dabei immer näher an die Hauptstadt Kabul heran. An diesem Samstag haben sie die Großstadt Masar-i-Sharif, in der fast 700.000 Menschen leben, eingenommen. Dort war die Bundeswehr bis vor kurzem im Camp Marmal unweit vom Flughafen von Masar-i-Sharif stationiert.

Auch Sharana und Asadabad sind in den Händen der Taliban, in Asadabad kam es nicht zu Kämpfen, sondern nach Verhandlungen mit dem Ältestenrat zur einer Übergabe an die Taliban.

Präsident Aschraf Ghani äußerte sich nach langem Schweigen in einer TV-Ansprache zur Lage. Er sei sich der schlimmen Lage bewusst und sehe es als seine Aufgabe an zu verhindern, dass weiter unschuldige Menschen getötet würden und die Errungenschaften der vergangenen 20 Jahre verloren gingen, sagte Ghani. Er habe Gespräche mit politischen Führern des Landes und internationalen Partnern begonnen und wolle bald Ergebnisse vorstellen.

Westliche Staaten beschleunigen unterdessen ihre Bemühungen, eigenes Personal und afghanische Ortskräfte vor den rasch vorrückenden Taliban in Sicherheit zu bringen. Das US-Außenministerium kündigte an, dass die dazu gedachte Verstärkung der US-Truppen in Afghanistan - rund 3000 Soldaten - bis Sonntag in Kabul sein werde.

Ali arbeitete als Dometscher. Er sagt: "Wir haben für die Amerikaner gearbeitet, für die anderen in der Koalition. Jetzt müssen sie uns helfen. Wir haben ihnen geholfen. Wir haben für sie gedolmetscht, wir haben mit zwei Kulturen kommuniziert. Ohne Dolmetscher und Übersetzer hätten sie doch nichts machen können."

Landesweit gingen die Kämpfe am Samstag in mindestens fünf Provinzen weiter. Seit der Entscheidung über den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan Mitte April haben die Taliban große Teile des Landes erobert. Mittlerweile stehen 20 der 34 Provinzhauptstädte unter ihrer Kontrolle.