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Mehr Hochwassersicherheit in Slowenien

Von Aurora Velez  & Sabine Sans
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Mehr Hochwassersicherheit in Slowenien
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In den vergangenen zehn Jahren gab es in Slowenien immer wieder Überschwemmungen. Das Einzugsgebiet der Drau und ihre Nebenflüsse profitieren von einem europäischen Projekt, das die Ausbaggerung, Verbreiterung und Aufstauung dieser Wasserläufe vorsieht. Industrie- und Landwirtschaftsgebiete sollen dadurch vor Überschwemmungen geschützt werden. - Auch das Ökosystem und die Lebensqualität der Anwohner wurden berücksichtigt. Thema dieser Smart-Regions-Folge.

Slowenien - wasserreiches Land

Mit fast 30.000 Kilometern Wasserläufen gehört Slowenien zu den wasserreichsten Ländern Europas. Doch das Land auf dem Balkan wurde in den vergangenen zehn Jahren immer wieder von Überflutungen heimgesucht, wie im November 2012 im Einzugsgebiet der Drau. Zwei ihrer Nebenflüsse, die Mislinja und die Mieß (Meža), traten über die Ufer und zerstörten Felder, Straßen und Fabriken. Seit 2014 will ein EU-Projekt das Hochwasserrisiko verringern, wie hier an der Mislinja.

"Das Gebiet hier sah anders aus, der Fluss war schmaler", zeigt Projektleiterin Blanka Grajfoner. "Jetzt haben wir das Flussbett und den Wasserfluss verbreitert, außerdem haben wir Überlaufflächen geschaffen."

Zahlen & Fakten

Das EU-Projekt will die Hochwassersicherheit der städtischen, industriellen und landwirtschaftlichen Gebiete an diesen beiden Flüssen verbessern. Das Gesamtbudget beträgt 25 Millionen Euro, davon stellt die slowenische Wasserbehörde drei Millionen Euro bereit. Die übrigen 80 Prozent werden von der Kohäsionspolitik der EU finanziert.

In Pameče wurde der Fluss ausgebaggert und verbreitert, seine Ufer wiederhergestellt. Stadtrat Andrej Breznik, der das verheerende Hochwasser vor 9 Jahren erlebt hat, lobt die Nachhaltigkeit der Lösungen wie diese Felsen als Überschwemmungsschutz.

"Was bisher umgesetzt wurde, ist sehr ästhetisch und sehr gut gemacht", meint Stadtrat Andrej Breznik aus Slovenj Gradec. "Auch der Lebensraum der Fische wurde berücksichtigt. Man hat die Felsen so gestaltet, dass sie sich dazwischen verstecken können."

Nicht weit davon gibt es eine Eisenhütte in Ravne. An dem 400 Jahre alten Standort werden zwischen 70.000 und 80.000 Tonnen Stahl pro Jahr produziert, der in die ganze Welt exportiert wird. Dafür braucht man Wasser aus der Mieß (Meža), einem kleinen Fluss in einem engen Tal. Es gibt keine Möglichkeit, sein Flussbett zu verbreitern. Deshalb mussten nach dem Hochwasser von 2012 andere Lösungen gefunden werden.

"Die Lösung zum Schutz vor Hochwasser bestand darin, den Fluss zu regulieren", so Nikolaj Sonjak, der technische Leiter von SIJ Metal Ravne. "Das Flussbett wurde ausgebaggert, an beiden Ufern wurden Rückhaltemauern gebaut, Stromleitungen wurden hochgelegt, wobei der 100-jährliche Hochwasserpegel berücksichtigt wurde, um negative Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage zu verhindern."

Mittelfristig ist der Bau eines Staubeckens oberhalb der Mieß (Meža), geplant: Ein Abflussregulierungssystem mit einem Staudamm, das das Draueinzugsgebiet besser vor Überschwemmungen schützen soll.