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Ramsar-Konvention schützt seit 50 Jahren unsere Feuchtgebiete

Von Cyril Fourneris
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Ramsar-Konvention schützt seit 50 Jahren unsere Feuchtgebiete
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Wie viele Feuchtgebiete leidet auch die Rheinregion zwischen Frankreich und Deutschland unter einem Rückgang der Artenvielfalt. Ein grenzüberschreitendes Projekt kümmert sich hier um den Schutz bedrohter Tierarten.

Eine bedrohte Spezies im Elsass ist der Steinkauz. Er wäre vor etwa 25 Jahren in der Region fast verschwunden, unter anderem wegen des Rückgangs von Obstgärten und ihrer Baumhöhlen, in denen er gerne nistet.

Heute geht es dem Steinkauz viel besser, neue Obstbäume wurden angepflanzt und Hunderte Nistkästen installiert, die natürlichen Höhlen nachempfunden sind.

Erfolg: von 150 Eulenpaaren ist die Population auf 700 Paare angewachsen

Dominique Bersuder engagiert sich bei Bird Life International (LPO). "Heute, im Jahr 2021, können wir schätzen, dass es etwa 700 Eulenpaare in hier im Elsass gibt. Wir sind also von 150 Paaren in den 1990er auf 700 Paare gestiegen, dank Freiwilliger, die sich für die Eule einsetzen, die diese Art retten und die Population entwickeln wollen."

Das Biodiversitätsprojekt Ramsar, das sich über Deutschland und Frankreich erstreckt, nimmt sechs bedrohte Tierarten in den Fokus. Es verfügt über ein Gesamtbudget von 1,2 Millionen Euro, das zur Hälfte von der Europäischen Union finanziert wird.

Kleine Teiche am Rande von Feldern helfen dem Kiebitz

Eine weitere der sechs bedrohten Arten im Elsass ist der Kiebitz, ein Feuchtgebietsvogel. Sein Bestand ist zurückgegangen, weil sein natürlicher Lebensraum für die Landwirtschaft umgestaltet und trockengelegt wurde.

Für den Vogel wurden an den Rändern der landwirtschaftlichen Flächen Vertiefungen gegraben. Durch diese Teiche hat der Kiebitz Zugang zu Larven und Insekten. Das erleichtert seine Fortpflanzung.

Cathy Zell von Bild Life International erklärt: "Wir sollten immer daran denken, dass das Leben Teil einer großen Nahrungskette ist. Wenn es also einen Kiebitz gibt, gibt es zwangsläufig auch Nahrung für diesen Kiebitz, der sich von einer bestimmten Vegetation ernährt. Wir befinden uns also in einem, wie wir es nennen, funktionalen Ökosystem, und wir selber, wir Menschen, sind auch Teil dieser großen Artenvielfalt."

Vögel kennen keine Landesgrenzen. Deshalb werden auch auf der deutschen Seite des Rheins Aktionen durchgeführt.

Der Flussseeschwalbe fehlen die Ufer - sie gibt es künstliche Flöße

Diese Flöße haben Flussseeschwalben in Beschlag genommen. Dieser Zugvogel brütet normalerweise an steinigen Ufern, geschützt vor Raubtieren. Doch mit der Kanalisierung des Rheins waren sie verschwunden.

"Die Flussseeschwalbe ist eine Art in diesem Projekt, die auf beiden Seiten des Rheins das gleiche Problem hat, dass sie nämlich keine natürlichen Brutplätze mehr findet. Und da es egal ist, ob sie auf der deutschen oder französischen Seite fliegt, ist es gut, dass wir zusammenarbeiten", sagt die Ornitologin Mare Haider vom Bühl Institute for Ecology and Nature Conservation.

Umweltschützer fordern, dass wir dringend die Art unserer Landwirtschaft verändern müssen, um das Schicksal der Vögel - die auch ausgezeichnete Erntehelfer sein können – besser zu berücksichtigen.