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Spendenflut für Afghanische Flüchtlinge

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Von Carlos Marlasca
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Spendenflut für Afghanische Flüchtlinge
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Kisten voll mit Spenden für afghanische Flüchtlinge - Hier in Rota im Südosten Spaniens befindet sich ein Stützpunkt der US-Marine, der als Erstaufnahmelager dient.

"Wir haben Hilfe geleistet, ohne zwischen Geschlecht, Rasse oder Religion zu unterscheiden. Aber wir sind natürlich besonders motiviert, unterdrückten Frauen zu helfen", sagt Gloria Monoz vom feministischen Frauenverein Rota.

In einer der ärmsten Gegenden Spaniens spenden die Einwohner für Menschen, die sie wahrscheinlich niemals kennenlernen, da sie weiter in die USA ausgeflogen werden.

"An einem Wochenende rief mich der Stützpunkt an und sagte: 'Luisa, bitte hört auf, wir haben nicht genug Leute, um alles zu ordnen und zu verteilen, was hier reinkommt", erzählt Luisa Fernandez vom Stadtrat Rota.

Angehörige der US-Basis haben sich als Freiwillige angeboten, um die Spenden innerhalb der Anlage an die evakuierten Menschen zu verteilen und Listen anzufertigen, was konkret gebraucht wird.

Katie McCarthy vom Navy-Marine Corps Relief Society (NMCRS) Rota: "Jede Familie, die hier ankommt, erhält ein Bestellformular, auf dem sie angeben kann, was sie brauchen. Am häufigsten gefragt wird nach Kleidung, Schuhen, T-Shirts, Jeans, Hosen, eigentlich nur nach den Grundbedürfnisse."

Euronews- Korrespondent Carlos Marlasca berichtet: "Hier kommen die Spenden dann an. Es ist nicht erlaubt, die afghanischen Flüchtlinge zu filmen, aber wir haben sie getroffen und konnten sehen, wie sich die schrecklichen Bilder vom Flughafen in Kabul von denen hier unterscheiden: Kinder, die Fahrrad fahren oder Fußball spielen, Erwachsene, die sich miteinander oder mit US-Militärs unterhalten. Diese Menschen wissen nicht, was aus ihrem Leben wird, doch klar scheint, dass ihr Ziel, die USA, ihnen eine gewisse Sicherheit bietet.

Bisher sind rund 40 Flüge aus Afghanistan in Rota gelandet. Alle Flüchtlinge sind Ortskräfte der USA und sind maximal 15 Tage bis zu ihrem Weiterflug in die USA dort.

Der Kommandant des US-Marinestützpunktes David Baird zeigt sih beeindruckt von dieser Reaktion der örtlichen Bevölkerung: „Nichts von der Unterstützung, die wir den afghanischen Evakuierten bieten, wäre ohne die enge Partnerschaft zwischen der US-Marine und der spanischen Marine und auch der USA und Spanien als zwei Nationen möglich. Es ist eine außergewöhnliche Partnerschaft und wir schätzen uns glücklich, hier zu sein."

Durch die Wiedereröffnung des Flughafens in Kabul könnten schon bald neue Flüge mit Flüchtlingen aus Afghanistan hier in Rota landen.

Journalist • Julika Herzog