Die USA und Venezuela haben vereinbart, nach jahrelangen Spannungen wieder diplomatische und konsularische Beziehungen aufzunehmen. Die Ankündigung erfolgte nach der Gefangennahme des ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro in einer US-Militäroperation im Januar.
Die Vereinigten Staaten und Venezuela haben sich auf die Wiederaufnahme diplomatischer und konsularischer Beziehungen geeinigt. Das US-Außenministerium sprach am Donnerstag von einem bedeutenden Wandel in den historisch feindseligen Beziehungen beider Länder.
Die Entscheidung fiel, nachdem Vertreter der Regierung von Präsident Donald Trump das südamerikanische Land nach einer US-Militäroperation besucht hatten. Bei dem Einsatz sei der frühere Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar abgesetzt und gefangen genommen worden, heißt es. Seitdem habe die Trump-Regierung den Druck auf Maduro-Loyalisten erhöht, die das ölreiche Land nun regieren.
Venezuelas Außenminister Yván Gil erklärte in einer auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Mitteilung, dass "nach dem diplomatischen Dialog, der mit den Behörden der Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen wurde, beide Regierungen beschlossen haben, die Beziehungen wiederherzustellen".
Die venezolanische Regierung "bekräftigt ihre Bereitschaft, in einer neuen Phase des konstruktiven Dialogs auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts, der souveränen Gleichheit der Staaten und der Zusammenarbeit zwischen unseren Völkern voranzuschreiten", heißt es weiter.
Der Schatten des Prozesses gegen Maduro
Am 5. Januar, zwei Tage nachdem Maduro und seine Frau nach New York gebracht worden waren, um sich dort einer Anklage wegen Drogenhandels zu stellen, wurde Delcy Rodríguez als neue Präsidentin vereidigt. Sie war zuvor Vizepräsidentin und stand nach Darstellung des Textes verfassungsrechtlich an erster Stelle der Nachfolge. Seither hätten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern spürbar verändert.
Am Vortag schrieb Trump in sozialen Medien, Rodríguez leiste "großartige Arbeit" und arbeite "sehr gut mit den Vertretern der USA zusammen". "Das Öl beginnt zu fließen, und es ist sehr erfreulich, die Professionalität und das Engagement zwischen den beiden Ländern zu sehen", so Trump.
Rodríguez bedankte sich in ihrer Antwort bei ihrem amerikanischen Amtskollegen für dessen "freundliche Bereitschaft", an einer Agenda zu arbeiten, "die die binationale Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in den Vereinigten Staaten und Venezuela stärkt".
Das US-Außenministerium erklärte, die Gespräche konzentrierten sich darauf, "das venezolanische Volk durch einen schrittweisen Prozess voranzubringen", der die Voraussetzungen für "einen friedlichen Übergang zu einer demokratisch gewählten Regierung" schaffen solle.
Caracas und Washington hatten ihre Beziehungen im Februar 2019 abgebrochen und ihre Botschaften geschlossen. Hintergrund war die Entscheidung Maduros sowie die damalige US-Politik: Trump unterstützte in seiner ersten Amtszeit den Oppositionsführer Juan Guaidó, damals Präsident der Nationalversammlung, der sich im Januar 2019 zum Interimspräsidenten Venezuelas erklärt hatte.