Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Wahl in Tschechien: Regierungschef Babis verliert knapp

Access to the comments Kommentare
Von su mit dpa
euronews_icons_loading
Wahl in Tschechien: Regierungschef Babis verliert knapp
Copyright  أ ب
Schriftgrösse Aa Aa

Der populistische Regierungschef Andrej Babis hat nach Auszählung fast aller Stimmen die Parlamentswahl in Tschechien knapp verloren.

Zwei konservative und liberale Oppositionsbündnisse kamen gemeinsam auf eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus.

Die Auszählung der Stimmen war spannend, kurz vor Schließung der Wahllokale hieß es noch, die Partei ANO des Multimilliardärs Andrej Babis liege knapp vorn. Doch nach Auszählung von knapp 99 Prozent der abgegebenen Stimmen haben die zwei Oppositionsbündnisse überraschend eine Mehrheit erzielt und kamen auf 108 der 200 Sitze.

Das konservative Wahlbündnis Spolu (Gemeinsam) liegt demnach bei 27,6 Prozent der Stimmen, die Allianz von Piraten- und Bürgermeisterpartei bei 15,5 Prozent. "Der Wechsel ist da, wir sind der Wechsel", sagte Spolu-Spitzenkandidat Petr Fiala.

In Tschechien war am Samstag die zweitägige Parlamentswahl fortgesetzt worden. Die Wahllokale öffneten um 8.00 für sechs Stunden.

Die populistische Partei ANO des Regierungschefs Andrej Babis ging eigentlich als Umfragefavorit ins Rennen. Der Multimilliardär war jedoch zuletzt wegen Enthüllungen aus den «Pandora Papers» über ausländische Briefkastenfirmen unter Druck geraten. Der 67-Jährige wies Vorwürfe der Geldwäsche zurück.

Am Freitag hatte sich angesichts des möglicherweise knappen Ausgangseine hohe Beteiligung abgezeichnet. Vielerorts gaben nach Schätzungen 40 bis 50 Prozent der Wähler ihre Stimme bereits am ersten Tag ab. Die Polizei musste mehrmals einschreiten, weil die Maskenpflicht in Innenräumen nicht eingehalten wurde.

Die knapp 14 800 Wahllokale befanden sich auch an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel in Brauereien, Fußballkabinen, Gefängnissen und Wohnzimmern.

In Tschechien wird traditionell an zwei Tagen gewählt, weil viele Menschen am Wochenende aufs Land fahren. Anders als etwa in Deutschland gibt es keine Möglichkeit zur Briefwahl.

Prognosen oder Hochrechnungen gibt es nicht, was am Ende zählt, sind gezählte Stimmen.