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"Bereifter" Hirsch: Wildhüter befreien Wapiti von Reifen-Ballast

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Von Euronews mit AP, dpa
Das betroffene Tier trug offenbar schon länger einen Autoreifen um den Hals
Das betroffene Tier trug offenbar schon länger einen Autoreifen um den Hals   -   Copyright  Colorado Parks and Wildlife via AP
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Wildhütern in Colorado ist ein Coup geglückt. Es gelang ihnen, einen Wapiti-Hirsch, der seit mindestens zwei Jahren mit einem Autoreifen um den Nacken durch die Wildnis streift, einzufangen und ihn von seiner Bürde zu befreien. Zuvor hatten die Beamten der zuständigen Behörde schon mehrmals vergeblich versucht, das Tier zu betäuben und aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Am vergangenen Wochenende schafften sie es nun, den 270 Kilogramm schweren, stattlichen Junghirsch in der Nähe von Pine Junction, südwestlich von Denver zu erwischen. Nach erfolgreicher Betäubung versuchten sie unter einiger Anstrengung, den Reifen, der mit Nadeln und Laub gefüllt war, zu entfernen. Dazu mussten sie allerdings auch das stolze Geweih des Wapiti-Hirsches absägen.

"Wir hätten es vorgezogen, den Reifen aufzuschneiden und das Geweih für seine Brunftaktivitäten zu belassen, aber die Situation war dynamisch und wir mussten den Reifen auf irgendeine Weise entfernen", erklärte Scott Murdoch, District Wildlife Manager des Nationalparks.

Allerdings wachsen die Geweihe bei den Tieren innerhalb eines Jahres nach. Am Ende des Winters werden die aus Knochen bestehenden Geweihe abgeworfen. Danach wachsen den Tieren neue, die bei der Brunft im Herbst eine wichtige Rolle spielen.

Murdoch und sein Kollege Dawson Swanson schätzten, dass das Tier durch die Entfernung des Reifens, des Geweihs und der Rückstände im Inneren des Reifens etwa 16 Kilogramm abgenommen hat.

Die Park Ranger hatten den Wapiti-Hirsch mit dem Reifen um den Hals erstmals bei einer Bestandserhebung für Rocky Mountain Dickhornschafe und Bergziegen im Juli 2019 entdeckt. Sie ¨gingen davon aus, dass der auf 4,5 Jahre geschätzte Junghirsch den Reifen schon als Jungtier um den Hals bekommen hat - indem das neugierige Tier seinen Kopf beispielsweise in einen Reifenstapel gesteckt hat.

Der Hirsch ist kein Einzelfall, auch andere Tiere haben sich wiederholt durch menschlichen Müll in Gefahr gebracht. Die Wildhüter erklärten, dass Schaukeln, Hängematten, Wäschekörbe, Weihnachtsbeleuchtung, Fußballtore und Volleyballnetze zu den Gegenständen gehörten, in denen sich Wildtiere wie Hirsche und Bären verheddert hätten.