Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Neue Runde im 50-Milliarden-Dollar-Streit um Yukos

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit dpa, AP, AFP
euronews_icons_loading
Neue Runde im 50-Milliarden-Dollar-Streit um Yukos
Copyright  SERGEY PONOMAREV/AP2007

Der Milliardenstreit zwischen Russland und den Alt-Aktionären des Ölkonzerns Yukos geht in eine neue Runde. Den Anteilseignern des 2006 zerschlagenen russischen Unternehmens war 2014 von einer internationalen Instanz in den Niederlanden ein Schadenersatz von 50 Milliarden Dollar zugesprochen worden. Gegen diese Entscheidung hatte Moskau geklagt.

Jetzt gab der Hohe Rat, das höchste Gericht der Niederlande, dem russichen Staat teilweise recht und verwies die Entscheidung an die vorherige Instanz zurück.

Der Ölkonzern Yukos gehörte dem früheren Oligarchen Michail Chordokowski. Der einst reichste Mann Russlands hatte sich gegen Wladimir Putin gestellt und diesen 2003 vor laufenden Kameras kritisiert. Bis 2013 verbrachte der in Ungnade gefallene Chodorkowski zehn Jahre in russischen Gefängnissen.

Doch laut dem Londoner Anwalt Joshua Rozenberg sind die Altaktionäre optimistisch. Denn sie erklärten nach dem Urteil, dass sie in allen wesentlichen Punkten der Berufung Russlands vor dem Obersten Gerichtshof der Niederlande gewonnen haben. Das Gericht entschied jedoch, dass einige Tatsachenbehauptungen in vollem Umfang überprüft werden müssen, da sie zuvor vom Berufungsgericht aus rein verfahrensrechtlichen Gründen entschieden worden waren.

Der Oberste Gerichtshof verwies den Fall daher an das Berufungsgericht in Amsterdam.

Tim Osborne, Vorstandsvorsitzender der Holdinggesellschaft der ehemaligen Mehrheitsaktionäre, sagte: "Wir werden das Urteil des Obersten Gerichtshofs prüfen, sind aber zuversichtlich, dass das Berufungsgericht in Amsterdam die von der Russischen Föderation vorgebrachten unbegründeten Anschuldigungen zurückweisen und die Schiedssprüche aufrechterhalten wird."

Wegen angeblicher Steuerschulden war Yukos für insolvent erklärt worden. Der Staatskonzern Rosneft übernahm große Teile des Konzerns.

Im Gespräch mit Euronews 2016 hatte Chodorkowski noch geplant, nach Russland zurückzukehren.

Der 58-jährige Chodorkowski lebt inzwischen mit seiner Familie in London.