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3 Jahre Haft wegen Prügeln bei Demo für Macrons Ex-Vertrauten Benalla

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Von Euronews  mit AFP, dpa
3 Jahre Haft wegen Prügeln bei Demo für Macrons Ex-Vertrauten Benalla
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Der ehemalige Missionschef des Elysees Alexandre Benalla ist am Freitag zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Jahre der Haftstrafe wurden zur Bewährung ausgesetzt, aber ein Jahr lang sollte der heute 30-Jährige mit elektronischer Fußfessel verbringen - unter anderem wegen der Gewalt während der Demonstration vom 1. Mai 2018. Die Bilder, die zeigen, wie Benalla, der zusammen mit der Polizei unterwegs war, auf Demonstranten einschlägt, hatten einen politischen Skandal ausgelöst.

Während des Prozesses hatte Alexandre Benalla auch gesagt, er sei "kein Engel", aber das mache aus ihm keinen Kriminellen. Das Gericht legte dem Angeklagten auch zur Last, dass er sich geweigert habe, seine Schuld anzuerkennen.

Mehr als drei Jahre nach dem sogenannten "Benallagate" verurteilte das Gericht den Ex-Bodyguard von Präsident Emmanuel Macron wegen "unzulässigen Verhaltens des ehemaligen engen Mitarbeiters des Staatschefs."

Die vorsitzende Richertin Isabelle Prévost-Desprez erklärte an Alexandre Benalla gerichtet: "Sie verfügten über eine gewisse Macht, in Bezug auf Ihre Funktionen, angeblich aufgrund Ihrer Nähe zum Präsidenten der Republik. Sie haben das in Sie gesetzte Vertrauen missbraucht."

"Gefühl der Straflosigkeit und Allmacht"

Sie sprach auch von Benallas "Gefühl der Straflosigkeit und Allmacht". Er wurde zudem wegen des Missbrauchs seiner Diplomatenpässe und wegen des illegalen Tragens einer Waffe im Jahr 2017 für schuldig befunden.

"Beispiellose Härte des Urteils"

Alexandre Benallas Anwalt kündigte im Fernsehsender BFMTV an, dass sein Mandat Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Jacqueline Laffont kritisierte "die beispiellose Härte des Urteils, die in keinem Verhältnis zu den fraglichen Tatsachen steht".

Der ehemalige Mitarbeiter Macrons wurde auch zu einer Geldstrafe von 500 Euro, einem fünfjährigen Verbot der Ausübung eines öffentlichen Amtes und einem zehnjährigen Verbot des Tragens einer Waffe verurteilt.

Das Gericht ging über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus, die achtzehn Monate Haft auf Bewährung gegen Alexandre Benalla gefordert hatte. 

Die Benalla-Affaire war durch einen Artikel der Zeitung Le Monde vom 18. Juli 2018 ausgelöst worden. Journalisten hatten den Mitarbeiter Macrons auf einem Video identifiziert, auf dem Benalla einen Helm der Ordnungskräfte tragend, zu sehen ist, wie er am 1. Mai eine Frau und einen Mann auf der Place de la Contrescarpe in Paris brutal zusammenschlägr.

Der Bericht in Le Monde hatte ein politisches Erdbeben ausgelöst.