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Neuinfektionen im grünen Bereich, aber: Spanische Gastronomie zittert

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Von  Jaime Velázquez, Euronews
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Lange Schlangen vor dem Wizink-Impfzentrum in Madrid
Lange Schlangen vor dem Wizink-Impfzentrum in Madrid   -   Copyright  Paul White/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Die Impfzentren vieler spanischer Krankenhäuser sind gut ausgelastet, obwohl bereits 80 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen Schutz gegen das Coronavirus haben. Über 60-Jährige erhalten in der Zendal-Klinik ihre Booster-Impfung.

Aber auch viele junge Leute warten auf den Fluren auf ihre erste Dosis. Seit Mitte November haben fast 200.000 zaudernde Spanierinnen und Spanien ihre Impf-Abneigung überwunden. Der Hauptgrund dürften die näher rückenden Feiertage sein.

Das bestätigt Marina Sánchez, die in der Klinik wartet: "Ich bin 19 Jahre alt und hole mir meine erste Impfung, weil wir bald unsere Familientreffen haben werden. Ich habe das auf die lange Bank geschoben. Aber jetzt kann man das nicht mehr machen."

Zu werten ist der neue Impf-Boom aber auch als Reaktion auf die auch in Spanien täglich steigende Zahl von Neuinfektionen und die zunehmende Verbreitung der Omikron-Variante.

"Impfstoff ist nicht die Lösung"

Aber Epidemiologen wie Ángela Domínguez warnen, das Impfen allein reiche nicht aus: "Wir wissen jetzt, dass die Fähigkeit des Virus, sich zu verbreiten, weitaus größer ist. Sie ist etwa dreimal so hoch. Und es gibt kein Patentrezept. Der Impfstoff ist nicht die Lösung; es ist nicht so, dass wir alles vergessen können, weil wir geimpft sind. Die Situation zeigt, dass es einen neuen Ausbruch gibt, und diejenigen, die noch nicht geimpft sind, müssen das jetzt tun. Aber gleichzeitig benötigen wir andere Maßnahmen, wie das Tragen von Masken, soziale Distanzierung, die Belüftung von Räumen."

Die Krankenhäuser in Spanien sind noch nicht überlastet. Trotzdem mahnt die Ärzteschaft die Bevölkerung zur Vorsicht angesichts der Omikron-Variante.

Dr. Javier Garcia Fernandez ist der Präsident der "Vereinigung für Anästhesie und Intensivmedizin": "Ich empfehle, auf die Hinweise der wissenschaftlichen Organisationen zu achten, damit wir endlich erkennen, wie wirksam Impfstoffe sind. Seien Sie bitte vorsichtig. Das ist noch nicht zu Ende."

"Omikron könnte die Situation verschlimmern"

Euronews-Korrespondent Jaime Velázquez kommentierte auf der Plaza Mayor in Madrid: "Da viele Regionen in Spanien neue Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Welle einführen, befürchtet das Tourismus- und Gastgewerbe eine weitere enttäuschende Weihnachtssaison, und die Omikron-Variante könnte die Situation noch verschlimmern."

Nicht nur der Weihnachtsmarkt auf der Plaza Mayor ist gut besucht. Auch die meisten Lokale sind bereits für die traditionellen Vorweihnachtsfeiern ausgebucht. Gravierende Einschränkungen wie in der praktisch ausgefallenen Weihnachtssaison des Vorjahres könnten für viele Betriebe der Branche das Aus bedeuten.

"Positive Botschaft aussenden"

Juan José Blardony ist der Direktor das Gaststättenverbandes Madrid. Er warnt: "Wir können es uns nicht leisten, dass Bars und Restaurants wieder schließen. Wir sind hart getroffen worden. Die meisten Unternehmen sind verschuldet. Wir wollen eine positive Botschaft aussenden und wir unternehmen alle Schritte, um sicherzustellen, dass dieses Fest, das wir alle verdienen, nicht zu einer Flut von Infektionen führt."

Innerhalb von zwei Wochen sind in Spanien fast hunderttausend Neuinfektionen erfasst worden. Das allein sorgt noch nicht für große Unruhe. Aber die Weihnachtssaion könnte sich zum Lackmustest für die spanische Corona-Strategie entwickeln.