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Autor, Dissident, Präsident, Europäer - Tschechien denkt an Václav Havel

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Von su  mit dpa
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 Autor, Dissident, Präsident, Europäer - Tschechien denkt an Václav Havel
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Tschechien hat am 10. Todestag Václav Havels des früheren Präsidenten, Dramatikers und Bürgerrechtlers gedacht. Er habe Havel wegen seiner Tapferkeit im Kampf für Freiheit und
Demokratie immer geschätzt, so der neue tschechische Ministerpräsident Petr Fiala. Havel sei ein
«Verteidiger der Menschenrechte und der Menschenwürde» gewesen.

Der Schriftsteller gehörte zu den Mitbegründern der Bürgerrechtsbewegung Charta 77 in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei. Er saß wegen seiner Kritik am System jahrelang im Gefängnis. Nach der Okkupation durch die Truppen des Warschauer Vertrags im August 1968 widersetzte sich Havel der kommunistischen Gleichschaltung und erhielt in der Tschechoslowakei Aufführungs- und Publikationsverbot. Nach der Wende von 1989 wurde er erster frei gewählter Präsident nach dem Ende des Kommunismus.

Nach der Trennung von der Slowakei war er von 1993 bis 2003 tschechisches Staatsoberhaupt. Václav Havel war ein überzeugter Europäer, der auf die europäische Integration setzte. Der im Dezember 2002 abgehaltene EU-Gipfel von Kopenhagen legte als Havels Verdienst den Grundstein zur Eingliederung Tschechiens in die Europäische Union.

"ZEHN JAHRE OHNE V.H."

Auf dem Václav Havel-Platz vor dem Nationaltheater in Prag legten Politiker und Freunde des Verstorbenen Blumen nieder. Manche erinnerten dabei an seine Losung «Wahrheit und Liebe siegen über Lüge und Hass». Zudem fanden unter dem Titel "zehn Jahre ohne V.H." Gottesdienste statt, Ausstellungen, Film- und Theatervorführungen sowie Diskussionsveranstaltungen.

Havel war am 18. Dezember 2011 im Alter von 75 Jahren in seinem Wochenendhaus im nordböhmischen Hradecek gestorben. Es kam damals zu spontanen Trauerkundgebungen im ganzen Land. Zehntausende Menschen folgten seinem Sarg durch die Straßen von Prag. Staatsgäste aus aller Welt wie Ex-US-Präsident Bill Clinton nahmen im Veitsdom Abschied von dem ehemaligen Dissidenten.

su mit dpa