Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

800 km in Richtung Meer: Nordkorea testet erneut Mittelstreckenrakete

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit DPA
euronews_icons_loading
800 km in Richtung Meer: Nordkorea testet erneut Mittelstreckenrakete
Copyright  Ahn Young-joon/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Nordkorea hat am Sonntag trotz internationaler Sanktionen seinen vermutlich größten Raketentest seit 2017 durchgeführt.

Nach Angaben Südkoreas handelte es sich um eine Mittelstreckenrakete, die etwa 800 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen sei. Die ballistische Rakete habe eine Flughöhe von 2000 Kilometern erreicht.

Es handelt sich bereits um den siebten Raketentest seit Jahresbeginn. Die USA und ihre Verbündeten Südkorea und Japan verurteilten den Test.

30 Minuten in der Luft

Der japanische Regierungssprecher Hirokazu Matsuno sagte, die Rakete vom Sonntag sei etwa 30 Minuten lang geflogen und in Gewässern außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans gelandet. Es gäbe keine Berichte über Schäden an Booten oder Flugzeugen.

Nordkoreas Aktivitäten, einschließlich der wiederholte Abschuss ballistischer Raketen, stellten eine große Bedrohung des Friedens in der Region dar, so Matsuno weiter. Der Test ballistischer Raketen verstoße gegen UN-Resolutionen. Man habe Nordkorea gegenüber scharf protestiert.

Druck auf Washington

Südkoreas Präsident Moon Jae In warf der politisch isolierten Führung in Pjöngjang vor, neue Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu schüren.

Nach neuen Sanktionen der USA gegen sein Land hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un in diesem Monat angedeutet, wieder Interkontinentalraketen und Atombomben testen zu können.

Experten zufolge dient die jüngste Testreihe seit Jahresbeginn nicht nur der Weiterentwicklung der Raketentechnik. Pjöngjang will demnach auch Stärke nach innen und außen demonstrieren und womöglich versuchen, Washington zu konkreten Vorschlägen für Verhandlungen zu bewegen.

Die Verhandlungen beider Länder über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm kommen seit gut drei Jahren nicht mehr voran.