"Charkiw ist wie WALKING DEAD" - Ein freiwilliger Helfer berichtet

Zerstörte Autos im Zentrum der Stadt Charkiw, 16.03.2022
Zerstörte Autos im Zentrum der Stadt Charkiw, 16.03.2022 Copyright Pavel Dorogoy/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.
Von Euronews
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An das Geräusch der Luftabwehr haben sich die Menschen aus Charkiw bereits gewöhnt, berichtet ein junger Freiwilliger aus der Ukraine.

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Zerstörung und Trostlosigkeit - Bilder aus der ukrainischen Stadt Charkiw von einem jungen Mann, der hierher zurückkehrte, um als Freiwilliger zu helfen:

"Allein heute gab es zwei Explosionen, die den Hof erschütterten, auf dem ich mit meiner Familie lebe", sagt er.

Eigentlich wohnt Rostislaw in Spanien, wo er als Mathematik-Lehrer gearbeitet hat. Doch als Russland in die Ukraine einmarschierte, war er zu Besuch und entschied zu bleiben. Im Gespräch mit Euronews erklärt er:

"Charkiw -würde ich sagen ist wie "Walking Dead" - das ist der Ausdruck - die Stadt ist völlig leer, wie ausgestorben. Überall sind die Häuser zerstört, die Scheiben kaputt, alles ist herausgerissen. Das Zentrum ist komplett zerstört."

Immer wieder sind aus der Ferne Explosionen zu hören. Es sei der Lärm der Luftabwehr, ein Geräusch, an das sich die Menschen aus Charkiw bereits gewöhnt hätten.

"Sie haben gelernt, die verschiedenen Geräusche zu unterscheiden, also ob es sich um Luftabwehr handelt, ob es eine Abwehrrakete ist oder andere Dinge. Sie gewöhnen sich daran, aber ruft einen dauerhaften, psychologischen Schaden hervor, der mit dem Andauern des Krieges immer schlimmer wird."

Rostislaw hilft den Krankenhäusern bei der Verteilung von Medikamenten. Auch wenn das bedeutet, dass er einmal durch die gesamte Ukraine fahren muss. Bald wird er zum zweiten Mal nach Lwiw aufbrechen:

"Es kommt eine Arzneimittelkrise auf uns zu, die besonders ältere Menschen und chronisch Erkrankte, wie zum Beispiel Diabetiker und Asthmatiker treffen wird."

Rostislaw gibt nicht auf. Er will weiter arbeiten, und an diesem Ort bleiben, um den Menschen seiner Stadt bestmöglich beizustehen.

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