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Russische Armee vor Odessa: kulturelle Schätze in Gefahr

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Von Andrea Buring
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Russische Armee vor Odessa: kulturelle Schätze in Gefahr
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Sie ist wohl die italienischste Stadt der Ukraine - Odessa. Das liegt nicht nur am Weizen, den ein ligurischer Pastafabrikant im 19. Jahrhundert aus der Stadt nach Italien exportierte.

Seit der Eroberung durch den neapolitanischen Adligen Josè de Ribas im Dienste eines russischen Fürsten trug sie den Namen "Klein Neapel".

Zarin Katharina II. unterstützte de Ribas' in seinem Vorhaben, einen Hafen zu bauen - heute noch einer der größten am Schwarzen Meer.

Die italienische Gemeinde hatte großen Einfluss auf Wirtschaft, Gastronomie, Kultur und Architektur. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Italienisch als zweite Amtssprache eingeführt - nach Russisch.

In Odessa wurde 1898 auch das berühmte neapolitanische Lied "O' sole mio" geschrieben - von Eduardo di Capua.

1803 wurde der 5. Herzog von Richelieu nach de Ribas Tod Statthalter von Odessa. Auch er holte gefeierte italienische Architekten wie Boffo, Torricelli und Scuderi in die Stadt.

Zu ihren Werken gehört die berühmte Pot'omkin-Treppe, die von Francesco Boffo und dem russischen Architekten Avraam Mel'nikov entworfen wurde.

Die Treppe wurde in der ganzen Welt bekannt, weil sie Schauplatz eines Massakers der zaristischen Armee war, verewigt im historischen Film "Panzerkreuzer Potëmkin" von Sergej Michajlovič Ėjzenštejn.

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Regisseur Sergej Michajlovič Ėjzenštejn-/AFP

Eine reiche Kultur, auf die sich die Stadt in diesen schweren Stunden stützt. So spielten Mitglieder des Nationalen Akademischen Theaters von Odessa ein Konzert unter freiem Himmel. Auf dem Programm: die ukrainische Nationalhymne, ein Fragment aus Nabucco des italienischen Komponisten Verdi und die patriotische Hymne "Gebet für die Ukraine".