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"Es ist Völkermord": Gräueltaten von Butscha laut Unterhändler Rustem Umerow ein Fall für Den Haag

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Von Euronews
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Ein Mann zieht ein altes Schulheft mit Klassenfotos aus dem Schutt seines zerstörten Hauses in Borodjanka nahe Kiew.
Ein Mann zieht ein altes Schulheft mit Klassenfotos aus dem Schutt seines zerstörten Hauses in Borodjanka nahe Kiew.   -   Copyright  AP Photo/Vadim Ghirda

Rustem Umerow ist Mitglied der von Kiew entsandten ukrainischen Delegation, die an den jüngsten Verhandlungen mit russischen Vertretern in der Türkei teilnahm. Der ukrainische Abgeordnete und Krimtatar sprach mit Euronews über die vermutlich von russischen Truppen verübten Verbrechen gegen Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha.

"Es ist Völkermord. Es ist ein Kriegsverbrechen. Deshalb muss sich das Tribunal in Den Haag damit befassen. Das ist die einzige Möglichkeit, sie vor Gericht zu bringen."

Umerow teilt die Befürchtungen der ukrainischen Regierung, dass "das Grauen", das in Butscha geschah, in diesem Krieg keine Ausnahme bleiben wird.

Umerow zählt auf, welche Staaten als Reaktion auf Butscha wie viele russische Diplomaten ausgewiesen haben.

"Gräueltaten geschehen nicht nur in Kiew, sondern auch in Tschertschiniw, Charkiw und anderen Städten... Wir wissen nicht, was in Cherson und Saporischschja, die vorübergehend besetzt sind, geschehen wird....

Wir glauben nicht, dass es beim Rückzug große Fortschritte gibt. Es sind vor allem unsere Streitkräfte, die unser Gebiet verteidigen, unter einer guten Führung. Letztendlich wollen wir, dass dieser Krieg ein Ende hat. Deshalb müssen wir die Verhandlungen fortsetzen".

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft verzeichnete nach eigenen Angaben mehr als 7.000 Meldungen über russische Kriegsverbrechen in der Region um die Hauptstadt Kiew. Die meisten Opfer soll es in Borodjanka 55 km nordwestlich von Kiew gegeben haben.

Vor der Wiederaufnahme neuer Friedensgespräche müsse Umerow zufolge der Schwerpunkt darauf liegen, Sicherheitsgarantien von der internationalen Gemeinschaft zu erhalten. Erst dann könnten die Verhandlungen fortgesetzt werden. Die ukrainische Seite glaube keines der russischen Versprechen.