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Russen in der Ukraine "in Panik" wegen US-Raketenwerfer M142 HIMARS

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Von Euronews  mit AFP, Newsweek
High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS) der US-Armee - ARCHIV
High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS) der US-Armee - ARCHIV   -   Copyright  Tony Overman/AP

Nach ukrainischen Angaben sind in den vergangenen Wochen Dutzende russische Waffenlager zerstört und zahlreiche russische Soldaten getötet worden - durch die präzisen Angriffe der ukrainischen Armee mit den US-Raketenwerfern M142 HIMARS. Die Abkürzung HIMARS steht für "High Mobility Artillery Rocket Systems". 

Der Gouverneur der Region Luhansk Serhiy Haidai erklärt im Gespräch mit NEWSWEEK, die Russen seien "in Panik" wegen der ukrainischen Angriffe mit den HIMARS. "Wie die ganze Welt in der vergangenen Woche gesehen hat, konnten wir ihren Raketenabwehrsystemen und Munitionslagern tief hinter den feindlichen Linien massiven Schaden zufügen", sagt Haidai.

Obwohl einer der HIMARS fast 11 Tonnen wiegt, sind sie leichter und damit mobiler als ältere Raketenwerfer, die die gleichen Raketen abfeuerten. Diese haben eine Reichweite von 80 Kilometern.

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow dankt den USA am Independence Day auf Twitter für die HIMARS und nennt sie sogar "Gamechanger" an der Front.

Der Militärexperte und General der US-Armee im Ruhestand Mick Ryan bezeichnet diese Raketenwerfer als "großartig". Dennoch dürfe man das Waffensystem nicht überschätzen.

Doch Militärexperte Ryan warnt nämlich: "Trotzdem dürfen wir die HIMARS nicht als die Wunderwaffe ansehen, die das Blatt des Krieges wenden wird. Seit der ersten industriellen Revolution gibt es die Tendenz, nach dem einzigartigen technologischen Wunder zu suchen, das Kriege gewinnen wird. Das ist eine Fata Morgana."

USA haben bereits Waffen im Wert von 6,9 Milliarden US-Dollar geliefert

Die USA kündigten in der vergangenen Woche weitere Militärhilfen für die Ukraine im Wert von 400 Millionen US-Dollar an, darunter Himars-Mehrfachraketenwerfer und Präzisionsgeschosse. Washington hat Kiew seit Beginn der Invasion bereits Militärhilfe im Wert von 6,9 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt.

Nach den Aussagen von Joe Bidens Berater habe "Russland seine Ziele in der Ukraine bereits weitgehend verfehlt". Putins eigentliche Pläne waren es laut Jake Sullivan, "die Hauptstadt Kiew einzunehmen, die Ukraine als Land verschwinden zu lassen, die ukrainische Identität zu beseitigen und die Ukraine in Russland zu integrieren".

Die Waffenlieferungen begründet Sullivan mit den Worten: "Das grundlegende Ziel unserer Strategie ist es, die Ukrainer auf dem Schlachtfeld in eine möglichst starke Position zu bringen, damit sie am Verhandlungstisch eine starke Position haben, wenn die Diplomatie kommt".

Anfang Juli hatte das Pentagon der Ukraine weitere Raketen, Granaten und Luftabwehrgeräte versprochen, um der russischen Armee im Süden und Osten des Landes entgegenzutreten. Diese 14. Waffenlieferung sollte zwei Luftabwehrsysteme, vier Gegenradargeräte und neue Raketen für die amerikanischen Himars-Mehrfachraketenwerfer beinhalten.

Die Flugabwehrsysteme, sogenannte NASAMS, können Boden-Luft-Raketen mit kurzer und mittlerer Reichweite abfeuern. Sie werden von der amerikanischen Firma Raytheon und der norwegischen Kongsberg-Gruppe hergestellt. Aus der Ferne bedient, sollten sie gegen die russische Luftwaffe - auch gegen Drohnen - sowie gegen Marschflugkörper eingesetzt werden können.

Todd Breasseale, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte:  "Die USA arbeiten weiterhin mit ihren Verbündeten und Partnern zusammen, um der Ukraine die Ausrüstung zu liefern, die sie für ein sich veränderndes Schlachtfeld benötigt".