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Was kann das US-Hightech-Raketensystem M142 HIMARS für die Ukraine?

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Von Luke Hurst
Das HIMARS bei der Gefechtsausbildung
Das HIMARS bei der Gefechtsausbildung   -   Copyright  Tony Overman/AP

Die USA werden Hightech-Raketensysteme auf Lastwagen an die Ukraine schicken. Die ukrainische Regierung bittet um diese Waffen, denn diese Waffen könnten für den Erfolg des Krieges gegen Russland, der nun schon den vierten Monat andauert, entscheidend sein. 

US-Präsident Joe Biden hatte am Montag erklärt, seine Regierung werde der Ukraine keine Waffen schicken, die Ziele in Russland treffen könnten.

In einem Leitartikel, der am Dienstag in der New York Times veröffentlicht wurde, bestätigte er aber, dass die USA "den Ukrainern fortschrittlichere Raketensysteme und Munition zur Verfügung stellen werden, die es ihnen ermöglichen, wichtige Ziele auf dem Schlachtfeld in der Ukraine präziser zu treffen".

Offiziell hieß es, die Ukraine werde das High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS) als Teil einer neuen Unterstützungsrunde im Wert von 700 Millionen Dollar (653 Millionen Euro) erhalten, die auch Hubschrauber, Javelin-Panzerabwehrwaffensysteme, taktische Fahrzeuge und mehr umfasst.

Die Ukraine ist bei ihrer Verteidigung gegen die russischen Streitkräfte in hohem Maße auf Waffen und Ausrüstung ihrer Verbündeten angewiesen. Verbündete wie die USA haben sich bemüht, ein Gleichgewicht zwischen der Versorgung des Landes mit der benötigten Ausrüstung und der Vermeidung einer Eskalation des Konflikts außerhalb der ukrainischen Grenzen zu finden.

HIMARS: "Schießen und wegrennen"

Der Hersteller Lockheed Martin bezeichnet das M142 HIMARS als "Shoot and scoot"-fähig. Das heißt, dass es sich um ein hochmobiles Waffensystem handelt, das mit hoher Geschwindigkeit feuern und sich zurückziehen kann, was die Gefahr verringert, vom Feind ins Visier genommen zu werden.

Es handelt sich um ein auf einem Lkw montiertes Mehrfachraketenabschusssystem mit einem Behälter mit sechs Raketen.

Das HIMAR kann innerhalb weniger Minuten in Stellung gehen, feuern, sich zurückziehen und nachladen.

Mark Hertling, ehemaliger kommandierender General der US-Armee in Europa, gab in einem Twitter-Beitrag einen Überblick über das HIMAR-System und erklärte, es sei schnell, könne "schneller zuschlagen", habe aber eine "geringere Durchschlagskraft" und sei "einfacher zu versorgen und zu warten" als frühere Mehrfachraketensysteme.

Das System, das die USA entsenden will, kann eine Mittelstreckenrakete abschießen und ist im Prinzip auch in der Lage, Langstreckenraketen abzufeuern. Aber diese werden voraussichtlich nicht in dem Paket enthalten sein, das an die Ukraine geschickt wird.

Ein US-Beamter wies darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte mit diesen fortschrittlichen Raketensystemen in der Lage sein werden, russische Einrichtungen in der Ukraine präziser anzugreifen.

Man geht davon aus, dass die Ukraine die Raketen in der östlichen Donbas-Region einsetzen könnte, wo sie sowohl die russische Artillerie abfangen als auch russische Stellungen in Städten mit heftigen Kämpfen wie Sjewjerodonezk ausschalten könnten.

Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, diese Armee zu versorgen, damit sie das tun kann, was die Welt von ihr verlangt: allein auf dem Schlachtfeld gegen eine Supermacht kämpfen.
Philip Breedlove
US-Luftwaffenexperte

Die Ukraine braucht Mehrfachraketen, sagte Philip Breedlove, ein pensionierter US-Luftwaffengeneral, der von 2013 bis 2016 NATO-Oberbefehlshaber war. "Das sind sehr wichtige Fähigkeiten, die sie noch nicht von uns bekommen haben. Und sie brauchen sie nicht nur, sondern sie haben auch sehr lautstark erklärt, dass sie sie haben wollen", sagte er.

"Wir müssen uns ernsthaft darum bemühen, diese Armee zu versorgen, damit sie das tun kann, was die Welt von ihr verlangt: allein auf dem Schlachtfeld gegen eine Supermacht kämpfen", so Luftwaffenexperte Philip Breedlove.

Die US-Streitkräfte haben das HIMARS seit 2010 in mehreren Konflikten eingesetzt, darunter in Afghanistan, Irak und Syrien.

Das neueste Waffenpaket der USA für die Ukraine soll am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. Es ist das 11. Unterstützungspaket der USA in diesem Konflikt.

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