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Wegen Klimawandel: Wracks deutscher Kriegsschiffe in der Donau werden zum Problem

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Von Natasha Jovanovic (Euronews Serbien)
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Wracks deutscher Kriegsschiffe behindern die Schifffahrt im serbischen Teil der Donau
Wracks deutscher Kriegsschiffe behindern die Schifffahrt im serbischen Teil der Donau   -   Copyright  Euronews

Ein Anblick, den man nur bei niedrigem Wasserstand zu sehen bekommt: eines von etwa 200 deutschen Schiffswracks, die im September 1944 in diesem Teil der Donau versenkt wurden.

"Das dort ist am besten sichtbar, es schwimmt meistens an der Oberfläche und zwei, drei weitere Schiffe tauchen darunter auf. Die anderen sind meistens immer unter Wasser", erklärt Igor Škodric, ein Fischer aus Prahovo.

Historiker Velimir Miki Trailovic sagt: "Für mich als Mann, der in Prahovo lebt, ist der Zweite Weltkrieg immer noch nicht vorbei."

Die Versenkung deutscher Kriegsschiffe war eine Taktik des deutschen Konteradmirals Paul Willy Zieb. Auf seine Anordnung hin wurde die deutsche Schwarzmeerflotte versenkt, damit sie nicht in die Hände der Roten Armee fallen würde.

"Das Versenken der Schiffe hatte noch einen anderen Grund: damit sollte die Donau, die Wasserstraße, für andere Schiffe blockiert werden. Diesen sollte es so schwer wie möglich gemacht werden, den Bereich des Flusses zu passieren", erklärt Unterwasser-Archäologin Gordana Karovic. 

Und das ist bis heute der Fall: noch immer brauchen Lastkähne zwei oder drei Stunden bis sie diesen Teil der Donau hinter sich lassen können. Die alten Wracks bergen Gefahren:

"Es ist sehr unsicher, sehr riskant, sehr gefährlich. Es lagern mehrere Tonnen Sprengstoff dort, ein Schiff bei Niedrigwasser das neun Wracks passiert mit 15, 16 Tonnen, und Schiffsschrauben, die vibrieren... wir wissen nicht, was passieren kann", meint Sascha Markovic, zuständig für Binnenschifffahrt.

"Seit 78 Jahren erschweren die Wracks die Schifffahrt auf diesem Teil der Donau. Im anstehenden Herbst wird erneut ein Versuch unternommen, sie aus dem Wasser zu holen. Ein anspruchsvolles Projekt, für das die serbische Regierung 29 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird", kommentiert Euronews-Reporterin Natascha Jovanovic.

Vor 40 Jahren wurde versucht, die Schiffe zu bergen - doch nach Explosionen mit mehreren Toten und mangelnder Finanzierung wurde das Unterfangen auf Eis gelegt. Mithilfe moderner Technologie sollen ab Oktober zuerst die Sprengstoffe von Wracks geholt werden, bevor sie an Land gebracht - und das kulturelle Erbe Serbiens bereichern werden.