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Attentat auf Salman Rushdie: mutmaßlicher Täter handelte wohl allein

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Von Frank Weinert
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Salman Rushdie nach Attentat schwer verletzt
Salman Rushdie nach Attentat schwer verletzt   -   Copyright  Grant Pollard/2017 Invision

Der Schriftsteller Salman Rushdie liegt nach einem Messerangriff mit einer Stichwunde am Hals im Krankenhaus. Nach Angaben seines Managers sei Rushdie an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Er könne nicht sprechen und laufe Gefahr, ein Auge verlieren.

Ein Mann sei in einer Veranstaltungshalle im Ort Chautauqua im US-Bundesstaat New York auf die Bühne gerannt und habe Rushdie und einen Interviewer attackiert. Augenzeugen berichteten, er habe bis zu 15 Mal auf Rushdie eingeschlagen oder eingestochen.

Die Polizei nahm den 24-jährigen Hadi Matar aus New Jersey noch am Tatort fest. (Er hatte eine Eintrittskarte für die Veranstaltung gekauft.) Die Behörden gehen davon aus, dass er allein gehandelt hat.

00.40 MAJOR EUGENE STANISZEWSKI, NEW YORK STATE POLICE

„Wir haben derzeit noch keine Hinweise auf ein Motiv. Aber wir arbeiten mit dem FBI und dem Büro des Sheriffs zusammen, und wir werden herausfinden, was die Ursache oder das Motiv für diesen Angriff war.“

Rushdie wird seit der Veröffentlichung seines Romans „Die satanischen Verse“ 1988 mit dem Tode bedroht. Sein Werk wird von vielen Muslimen als blasphemisch angesehen. Auf der ganzen Welt kam es zu oft gewalttätigen Protesten gegen Rushdie, der in Indien in einer muslimischen Familie geboren wurde.

Im Iran wurde das Buch verboten. 1989 erließ der damalige Schiitenführer Ajatollah Khomeini eine Fatwa, in der er den Tod Rushdies forderte. Khomeini starb noch im selben Jahr. Der derzeitige Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat nie eine eigene Fatwa erlassen, um das Edikt zu widerrufen, obwohl sich der Iran in den letzten Jahren nicht auf den Schriftsteller konzentriert hat.