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Matteo Salvini (49): Ist der Rechtspopulist schon von rechts überholt?

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Von Paolo Alberto Valenti  & Euronews  mit AFP, ANSA
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Matteo Salvini im Wahlkampf auf Lampedusa
Matteo Salvini im Wahlkampf auf Lampedusa   -   Copyright  Euronews

Einst war Matteo Salvini der unangefochtene Hoffnungsträger der extremen Rechten in Italien. Doch diese Zeiten liegen schon eine Weile zurück.

Anders als seine postfaschistische Bündnispartnerin Giorgia Meloni hat er sich in diesem Wahlkampf nicht wirklich von Wladimir Putin distanziert. Matteo Salvini kritisiert - ähnlich wie die AfD in Deutschland -, die Sanktionen schadeten Europa mehr als Russland.

"Zusammen für Italien" heißt der Slogan, den Lega-Chef Matteo Salvini zusammen mit Georgia Meloni und ihren Fratelli d'Italia sowie Silvio Berlusconis Forza Italia vertritt.

In seiner Zeit als italienischer Innenminister reiste Salvini nicht nur nach Moskau, sondern traf sich auch mit Frankreichs Rechtsextremer Marine Le Pen und dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban. Mit den beiden wollte er ein Bündnis aufbauen.

Seinen Anti-Immigrationskurs hat der inzwischen 49-jährige Rechtspopulist beibehalten und seinen Wahlkampf auf Lampedusa gestartet. Dabei gibt sich Matteo Salvini stehts als volksnaher Politiker, der sich gerne zusammen mit Anhängerinnen und Anhängern auf Fotos verewigen lässt.

Als Minister ging der Rechtspopulist mit harter Hand gegen Geflüchtete und Seenotretter vor, indem er das Einlaufen der Rettungsschiffe in italienische Häfen verhinderte oder verzögerte. Dafür wurden ihm später mehrere Prozesse gemacht.

Zwar hat der Lega-Chef seine Partei von einer Bewegung mit regionalen Interessen in eine von nationaler Bedeutung gemacht. Doch erst geriet Salvinis Lega wegen illegaler Parteienfinanzierung aus Russland in die Negativschlagzeilen, dann brachte der Social-Media-Fan die Regierung von Giuseppe Conte zu Fall. Seine Hoffnungen, selbst Ministerpräsident Italiens zu werden, zerschlugen sich.

Mit seinen Anti-EU-Parolen steht Matteo Salvini inzwischen auch im rechten Lager nicht alleine da.

"Die Italiener zuerst" - das sagen jetzt sowohl Matteo Salvini als auch die ein wenig jüngere Giorgia Meloni, die sich anders als der Capitano der Lega aus der scheidenden Regierung herausgehalten hat. 

Viele Beobachter meinen, die Chefin der Fratelli d'Italia habe den Mann aus Mailand jetzt rechts überholt.

Journalist • Kirsten Ripper