UN streiten um Getreideabkommen: "Keine weiteren Terroarkte"

Der Getreidefrachter Med Island in türkischen Gewässern am vergangenen Samstag. Dort sind viele Frachter in Wartestellung
Der Getreidefrachter Med Island in türkischen Gewässern am vergangenen Samstag. Dort sind viele Frachter in Wartestellung Copyright Khalil Hamra/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit dpa, AP
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Die Ukraine hält die russische Begründung für die Aussetzung des Getreideabkommens für vorgeschoben. Moskau störte den Schiffsverkehr im Getreidekorridor zunächst nicht. Ist ein russisches Eingreifen nur eine Frage der Zeit?

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Die Vereinten Nationen haben die von Russland genannten Gründe für die Aussetzung des Getreideabkommens mit der Ukraine in Frage gestellt.

Der Korridor im Schwarzen Meer könne nicht als Schild oder Versteck genutzt werden. In der Nacht der angeblichen ukrainischen Angriffe seien zudem keine Frachtschiffe in dem Korridor gewesen.

Der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths sagte beim Treffen des UN-Sicherheitsrates: "Um das klarzustellen: Keine der Parteien unterstützt die Initiative mit militärischen Schiffen, Flugzeugen oder anderen Mitteln oder hat sie unterstützt. Sie sind nicht erforderlich. Tatsächlich ist es ihnen gemäß den von allen Parteien vereinbarten Verfahren untersagt, sich den Frachtschiffen dichter als zehn Seemeilen zu nähern."

Die UN, die Türkei und die Ukraine hatten sich am Sonntag darauf geeinigt, die Seetransporte auch ohne Mitwirkung Russlands fortzusetzen. Fraglich ist aber unter anderem, wie lange Moskau auf ein aktives Eingreifen oder auf Störungen verzichtet und ob die Frachter in Gefahr geraten könnten.

"Keine weiteren Terrorakte"

Der russische UN-Botschafter Wasiili Nebensja sagte: "Die russische Seite kann die Sicherheit der zivilen Schiffe, die an der Schwarzmeer-Initiative teilnehmen, nicht garantieren. Wir wollen nicht, dass weitere Terrorakte von Kiew mit Unterstützung seiner westlichen Sponsoren vorbereitet werden. Deshalb sehen wir uns gezwungen, die Umsetzung dieser Initiative auf unbestimmte Zeit auszusetzen."

Als Mitinitiiator des Getreideabkommens will die Türkei gemeinsam mit den Vereinten Nationen die Gesprächskanäle mit allen Beteiligten offen halten. Eine Aussetzung des Abkommens nutze niemand, argumentiert Ankara.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau vor, die mutmaßlichen Drohnenangriffe auf der Krim als Vorwand für die Beendigung des Getreideabkommens zu nutzen. Die Ukraine fühle sich ihrer Rolle als Garant für Lebensmittelsicherheit verpflichtet und werde dieser treu bleiben. Selenskyj warf Moskau ferner nukleare Erpressung vor. Die Weltgemeinschaft forderte der Präsident zu einer scharfen Reaktion auf.

Das Getreideabkommen hat innerhalb von drei Monaten den Export von fast 10 Millionen Tonnen Nahrungsmitteln aus der Ukraine und Russland auf internationale Märkte ermöglicht.

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